Als strammer Linker hat man es in Grossbritannien derzeit schwer. Die rechte Reform UK von Nigel Farage legt allerorten zu. Die Labour-Regierung ist katastrophal unbeliebt wie keine Administration je zuvor. Und Premierminister Keir Starmer nimmt einem mit seiner gemässigten Israel-Kritik die Freude am fröhlichen Antisemitismus auf der Strasse.
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Also gilt es als Linker Ausschau nach einer Alternative zu halten – und man wird bei den Grünen fündig.
Diese sind im Gegensatz zu ihren Schwesterparteien auf dem Kontinent in Grossbritannien ein wilder Haufen, in dem sich mit Fruktariern, religiösen Zeloten und LGBT-Aktivisten aller Gattung Leute zusammenfinden, die mit der Welt unzufrieden sind.
Die Grünen im Vereinigten Königreich mussten noch nie politische Verantwortung tragen, konnten und können nach Belieben auf den Putz hauen – zum Ergötzen der heimatlosen Linken. Von den 650 Parlamentsabgeordneten stellen sie gerade mal vier. Aber das kann sich dereinst bei Neuwahlen ändern.
Wehe Labour, wenn die Partei rechts an Reform UK und links an die Grünen verliert. Viel übrig bleibt dann nicht mehr.