Es war die siebte und schwerste Pressekonferenz von Matthias Bellwald, dem Gemeindepräsidenten von Blatten. Seine Gemeinde zuhinterst im Lötschental ist nach bangen Tagen vom Gletscherniedergang in weiten Teilen zerstört worden. «Wir haben unser Dorf verloren, nicht aber unser Herz», sagte Bellwald.
© KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rund drei Millionen Kubik Material sind am Mittwochnachmittag hinuntergedonnert. Schuttkegel und Ausfluss im Talgrund sind rund zwei Kilometer lang, stellenweise bis zu 200 Meter hoch. So sind etwa ein mehrstöckiges Hotel im Dorf sowie die Kirche ganz vergraben. Die unversehrten Häuser drohen nun vom rückstauenden Lonza-Bach überschwemmt zu werden.
Innert Sekunden haben heute die Bewohner von #Blatten ihre Heimat verloren. Die Schweiz wird die Gemeinde nicht im Stich lassen. pic.twitter.com/L5F3M8GYZ8
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Eine Person wurde am Mittwochabend vermisst. Rund 300 Dorfbewohner waren seit über einer Woche evakuiert und in Sicherheit. Deren Bedürfnisse seien gedeckt. Sie würden in den kommenden Wochen bei der Wohnungssuche unterstützt.
Die Verantwortlichen wollen nun schnell einen Weg finden, mit schwerem Gerät, mit Maschinen und Pumpen ins Dorf zu gelangen. Die Armee sei unterwegs, sagte Bundesrat Martin Pfister bei der Medienkonferenz. Der Chef des Verteidigungsdepartements sicherte Blatten die volle Unterstützung zu.
Auch Bundesrat Albert Rösti ist am Mittwochnachmittag ins Lötschental gereist. «Die Blattner sollen im Lötschental eine Zukunft haben», so der Umweltminister aus Kandersteg, der mit dem Tal seit je verbunden ist. Gemeinde, Kanton und Bund würden zusammenhalten.
Die beiden Bundesräte überbrachten den Betroffenen auch die Botschaft der Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. «Ich fühle in diesen Stunden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Blatten», teilte diese zuvor auf X mit.
Die Botschaft ist klar: Kein Aufwand soll zu gross sein, um Blatten wiederaufzubauen. Der Gemeinderat und der Krisenstab wirkten gefasst – und entschlossen. An der Zukunft des Dorfs wird nicht gezweifelt. «Wir wissen noch, wo Blatten steht», sagte Gemeindepräsident Bellwald.