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Die bequemste Falle der Welt: Brüssels Weg zum digitalen Bürger

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Die bequemste Falle der Welt: Brüssels Weg zum digitalen Bürger
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Die EU baut gerade die bequemste Falle der Welt. Sie passt in die Hosentasche, heisst digitale Identitäts-Brieftasche und soll alles lösen, was am Staat nervt: kein Papier mehr, keine Termine, kein Warten. Ein Klick, und man ist jemand. Ein Wisch, und der Vertrag ist unterschrieben. Das ist das Fazit eines aktuellen Referentenentwurfs aus dem Bundesdigitalministerium, der entsprechende EU-Vorgaben umsetzt: Bis Ende 2026 soll das System stehen, ab 2027 wird es Alltag. Und ja, das ist verdammt praktisch.

KARL-JOSEF HILDENBRAND / KEYSTONE
Euro-Münze auf Laptop-Tastatur (Symbolbild)
KARL-JOSEF HILDENBRAND / KEYSTONE

Nur lohnt es sich, einmal konkret hinzuschauen, was sich da verändert. Heute kann sich jeder auf verschiedene Arten identifizieren: mit Ausweis, mit Bank-Login, mit Postident, manchmal auch einfach gar nicht so genau. Es gibt Spielräume, Umwege, Grauzonen. Mit der Wallet geht das nicht mehr. Dann gibt es genau einen Standard. Ein System, das festlegt, wer Sie sind, was Sie nachweisen können und ob das akzeptiert wird. Nicht im Einzelfall, sondern grundsätzlich. Was bisher ein Mensch entschieden hat – etwa ob ein Dokument reicht oder eine Identität plausibel ist – wird künftig technisch vorgegeben. Entweder der Datensatz passt ins System oder eben nicht.

Das ist der erste Bruch. Der zweite ist subtiler: Zugang wird standardisiert. Behörden, Banken, Plattformen greifen künftig alle auf dieselbe Infrastruktur zu. Wer drin ist, kommt schneller durch. Wer draussen bleibt, hat es schwerer. Freiwillig, natürlich. So freiwillig wie Online-Banking.

Der dritte Punkt steht unscheinbar im Entwurf: Behörden entscheiden «nach pflichtgemässem Ermessen», wie das System konkret ausgestaltet wird. Dazu eine Experimentierklausel, mit der neue Funktionen und Verfahren einfach ausprobiert werden können. Übersetzt heisst das: Die Regeln, nach denen Identität funktioniert, sind nicht fix, sondern sie werden laufend von denen, die das System betreiben, verändert. Wackelt das Update, wackelt die eigene Identität. Das ist kein dystopischer Roman, das ist Verwaltungsmodernisierung. Der gläserne Bürger kommt nicht mit Polizei und Druck. Er kommt mit einem Upgrade.

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