Dreimal stimmte die Schweiz zwischen 2021 und 2023 über die Covid-Politik von Regierung und Parlament ab. Dreimal resultierte praktisch das gleiche Stimmenverhältnis: 60,2 Prozent, 62 Prozent und 61,9 Prozent sprachen dem Bundesrat ihr Vertrauen aus, die übrigen 38 Prozent legten ein njet in die Urne.
Salva
Bei der SRG-Vorlage, über die am letzten Wochenende abgestimmt wurde, kam es zu fast dem gleichen Resultat: 61,95 Prozent möchten den halbamtlichen Rundfunk so erhalten, wie er ist. Die übrigen 38 Prozent möchten diesen abbauen oder auch gleich ganz abschaffen.
Ich meine: das ist kein Zufall. Eine erstaunlich stabile Mehrheit vertraut der offiziösen Schweiz grundsätzlich; eine doch recht erhebliche Minderheit – mehr als ein Drittel der Stimmbevölkerung – misstraut ihr grundsätzlich.
Ist das gut oder schlecht? In Südamerika, wo ich lebe, wäre ein Vertrauen von 62 Prozent ein sensationeller Erfolg für den Staat und seine Institutionen. In der Schweiz war das Grundvertrauen auch schon höher. Ich meine: Etwas mehr Misstrauen tut der behäbigen Schweiz durchaus gut.
By the way: Aus der Sicht der SVP, die als einzige Partei sowohl die SRG-Initiative wie auch die Covid-Referenden unterstützt hat, sind 38 Prozent Zustimmung gar nicht schlecht. Bei einer Stammwählerschaft von rund 28 Prozent hat sie noch Wachstumspotenzial.
Eher Sorgen machen müssen sich die Sozialisten und die Grünen. Die von ihnen gemeinsam mit den Gewerkschaften lancierte Klima-Initiative wurde von über 70 Prozent der Bevölkerung abgelehnt.