Der zunehmende Regelungsdruck in Deutschland führt zu einem paradoxen Trend: Unternehmen stellen im grossen Stil neues Verwaltungspersonal ein – und klagen zugleich über steigende Kosten und sinkende Innovationsfähigkeit. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), über die die Welt berichtet.
Demnach haben deutsche Betriebe seit 2022 rund 325.000 neue Stellen geschaffen, um bürokratische Anforderungen wie Dokumentationspflichten und gesetzliche Vorgaben zu bewältigen. Besonders stark betroffen sind mittlere und grosse Unternehmen: Jeweils rund 30 Prozent der Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden haben ihr Verwaltungspersonal aufgestockt. Auch im Energiesektor sowie in der öffentlichen Verwaltung fiel die Belastung besonders hoch aus.
Gleichzeitig meldet laut IAB jeder siebte Betrieb eine «sehr hohe» bürokratische Belastung – 2022 lag dieser Wert noch bei 4 Prozent. Hauptverantwortlich sehen die Unternehmen vor allem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), gefolgt von EU-Vorgaben zur IT-Sicherheit und dem Lieferketten-Sorgfaltspflichten-Gesetz.
Doch die wachsende Bürokratielast hat ihren Preis: 80 Prozent der Betriebe berichten von höheren Kosten, 55 Prozent von sinkender Produktivität. Fast jeder fünfte Betrieb sieht im wachsenden Verwaltungsaufwand einen klaren Wettbewerbsnachteil, 16 Prozent nennen ihn gar ein Innovationshemmnis.