Deutschlands Staatsschulden sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen und nähern sich der Marke von drei Billionen Euro. Die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen erhöhten sich um 144 Milliarden Euro auf 2,84 Billionen Euro, wie das Handelsblatt berichtet.
Die Schuldenquote stieg damit auf 63,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nach 62,2 Prozent im Jahr 2024. Damit liegt Deutschland weiterhin über der in den europäischen Regeln vorgesehenen Obergrenze von 60 Prozent, die zuletzt 2019 eingehalten wurde.
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Die Bundesbank erklärte, der Anstieg liege über dem vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Defizit von 119 Milliarden Euro, da ein Teil der aufgenommenen Mittel zum Aufbau von Finanzvermögen verwendet worden sei. Dies schlage sich nicht im Defizit nieder.
Finanzexperte Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rechnet mit einer weiteren Beschleunigung des Schuldenanstiegs. «Ausserdem müssen jetzt fällig werdende Niedrig-Kupon-Anleihen durch Anleihen mit zu stark gestiegenen Renditen ersetzt werden», sagte er dem Handelsblatt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag zuletzt bei über drei Prozent.
Zusätzlich verwies Heinemann auf steigende Verteidigungsausgaben und Effekte durch höhere Energiepreise. «Die Schuldenquote dürfte daher aus heutiger Sicht bis 2040 auf 80 Prozent des BIP steigen», erklärte er.
Neben den nationalen Schulden verwies die Bundesbank auch auf Verpflichtungen auf EU-Ebene. Der deutsche Anteil an den gemeinschaftlichen Schulden liege bei rund 118 Milliarden Euro beziehungsweise 2,6 Prozent des BIP. Heinemann sagte dazu: «In gewisser Weise wird der EU-Haushalt aus deutscher Sicht immer mehr zu einem Sondervermögen, in dem zusätzliche nationale Schulden versteckt werden.»