Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt vor Sicherheitsrisiken durch digital vernetzte Autos aus China. «Aufgrund der steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen Markt, der geopolitischen Lage und der chinesischen Machtambitionen ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer Fahrzeuge genau im Blick zu haben», sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem Handelsblatt.
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Chinesische Fahrzeuge verfügten demnach «über hochkomplexe, vernetzte Systeme, die eine grosse Menge an Daten generieren, speichern und übermitteln». Dazu zählten Standortdaten, Gesprächsaufnahmen über Bordmikrofone oder Bilder von Fahrkameras. Eine mögliche Spionagegefahr werde ernst genommen, konkrete Vorfälle seien jedoch nicht bekannt.
Auch auf EU-Ebene wächst die Sorge. Nach Informationen des Handelsblatts will EU-Tech-Kommissarin Henna Virkkunen strengere Regeln für Fahrzeuge mit Onlinezugang vorschlagen. Eine neue Cybersicherheitsverordnung könnte es Mitgliedstaaten erlauben, «nicht vertrauenswürdige» Anbieter vom Markt auszuschliessen.
Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, sagte dem Handelsblatt: «Die Spionagegefahr durch chinesische Elektroautos ist real.» Für Privatnutzer sei das Risiko «eher moderat», für Bundeswehr, Polizei, kritische Infrastruktur und Unternehmen mit sensibler Forschung dagegen «hoch».