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Deutschlands Industrie meldet volle Auftragsbücher: Ist das schon die Wende – oder nur staatlich gedopter Aufschwung?

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Deutschlands Industrie meldet volle Auftragsbücher: Ist das schon die Wende – oder nur staatlich gedopter Aufschwung?
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Manchmal reicht ein Monat, um eine ganze Volkswirtschaft aus dem Schlaf zu reissen.

Der Dezember 2025 war so ein Monat: Die deutsche Industrie meldet sich zurück, stellt das Statistische Bundesamt jetzt fest. Und das mit Zahlen, die selbst abgebrühte Konjunkturpessimisten kurz zum Taschenrechner greifen lassen. Plus 7,8 Prozent bei den Auftragseingängen. Kein Zucken, kein Zögern, sondern zack: ein Sprung. Getragen vor allem von einer deutschen Kernbranche: dem Maschinenbau.

CHRISTOPHE GATEAU / KEYSTONE
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CHRISTOPHE GATEAU / KEYSTONE

Natürlich darf das Wort «Trendwende» in Deutschland nur flüsternd benutzt werden, am besten mit Warnhinweis: Zwischen Auftrag und Rechnung klafft noch eine grosse Zeitlücke, mancher wird hineinfallen. Und das Bild ist verzerrt durch ganz grosse Einzelaufträge. Der Staat ist der Grosskunde.

Die Bundeswehr bestellt 200 weitere Puma-Schützenpanzer für 4,2 Milliarden Euro, dazu Munition im Wert von mehreren Hundert Millionen. Aber selbst ohne die ganz grossen Einzeldeals bleibt ein Plus. Und auch im Quartalsvergleich zeigt der Zeiger nach oben. Wer das noch für Statistikrauschen hält, glaubt vermutlich auch, dass Regen zufällig immer dann fällt, wenn er den Schirm vergessen hat.

Das wirkliche Problem: Subventionierter Rückenwind ersetzt keinen selbsttragenden Aufschwung. Während Panzer rollen, stottert der Automotor. Die Autoindustrie meldet rückläufige Bestellungen, der Umsatz insgesamt bleibt schwach.

Ökonomen schwanken deswegen zwischen Hoffnung und Handbremse. Denn während hier bestellt wird, droht aus den USA der Zollhammer. Für die deutsche Pharmaindustrie wäre das ein besonders schmerzhafter Treffer. Ein Viertel der Exporte geht in die USA. Wenn dort Zölle von bis zu 100 Prozent Realität würden, wären Lieferketten, Investitionen und Standorte akut gefährdet.

Es wäre das Letzte, was die deutschen Industriekonzerne in ihrer wackligen Erholung gebrauchen können. Hinzu kommt das stille Gift der Währungen. Ein starker Euro, ein schwacher Dollar wirken für Exportnationen wie Gegenwind auf freier Strecke. Nicht jeder Mittelständler kann Preise einfach erhöhen.

So bleibt vom Dezember ein kräftiges Muskelzucken. Beeindruckend, ermutigend, aber noch kein Beweis für dauerhafte Fitness. Immerhin lebt die Industrie. Sie hat gezeigt, dass sie wieder anspringen kann. Jetzt muss sie nur noch laufen lernen, ohne ständig vom Staat an der Hand gehalten zu werden.

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