Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 stark gestiegen. Bis zum 31. Oktober 2024 stellten 2468 Personen einen Antrag auf Verweigerung, wie die Bild-Zeitung berichtet. Das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zu 2023 (1609 Anträge) und dem Elffachen der Zahlen von 2021 (209 Anträge).
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Die Anträge stammen von aktiven Soldaten, Reservisten und ungedienten Bürgern. Viele aktive Soldaten und Reservisten geben als Grund die Befürchtung an, möglicherweise an der russisch-ukrainischen Front eingesetzt zu werden. Ungediente beantragen die Verweigerung vorsorglich, um sicherzustellen, dass sie nicht zum Dienst an der Waffe herangezogen werden.
Bis Oktober gingen 136 Anträge von aktiven Soldaten, 840 von Reservisten und 1492 von ungedienten Bürgern ein. Insgesamt haben seit Beginn des Ukraine-Krieges 549 aktive Soldaten und 1707 Reservisten den Kriegsdienst verweigert. Das Verteidigungsministerium betonte, dass die sicherheitspolitische Lage und die Bedrohung durch Russland eine Rolle bei dieser Entwicklung spielen und dass die Bundeswehr weiterhin «in einem Wettbewerb um die besten Talente» stehe.