Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 stärker eingebrochen als zunächst angenommen. Laut revidierten Zahlen des Statistischen Bundesamts ging das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 0,3 Prozent zurück – doppelt so viel wie in der ersten Schätzung prognostiziert. Hauptverantwortlich sei eine deutlich schwächere Industrieproduktion, erklärten die Statistiker. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft noch leicht um 0,3 Prozent zugelegt.
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Besonders rückläufig waren die Investitionen in Bauten, Maschinen und Fahrzeuge. Auch vom Aussenhandel kamen keine Impulse – im Gegenteil: Die exportorientierte Industrie leidet unter der erratischen US-Handelspolitik. «Das fette Minus bei den Exporten ist das Ergebnis des zollgehemmten Handels», sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe.
Auch für das laufende dritte Quartal bleibt die Bundesbank skeptisch. Laut aktuellem Monatsbericht dürfte die Konjunktur stagnieren – gebremst von schwacher Auftragslage, gedämpften Investitionen und niedriger Kapazitätsauslastung.
Lichtblick bleibt die Staatskasse: Trotz eines Ausgabenüberschusses verzeichnete der Staat im ersten Halbjahr ein um 19,4 Milliarden Euro geringeres Defizit als im Vorjahr. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August leicht auf 50,9 Punkte – der beste Wert seit März und ein mögliches Zeichen von Resilienz, so die Hamburg Commercial Bank.