Die Bundesregierung plant offenbar, ohne öffentliche Ausschreibung ein milliardenschweres Laserwaffensystem zur Drohnenabwehr direkt beim Rüstungskonzern Rheinmetall in Auftrag zu geben. Laut der Zeitung Welt am Sonntag sollen drei Demonstrationsgeräte für die Marine bis Ende des Jahrzehnts geliefert werden – zu einem Gesamtpreis von rund 390 Millionen Euro.
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Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer warnt: «Wenn sich die Bundesregierung dazu entscheiden sollte, einen nationalen Champion zu schaffen, sollte sie das transparent machen.» Doch statt Wettbewerb herrsche Intransparenz – der Rüstungsriese bekomme Aufträge selbst dann, wenn andere Anbieter günstiger und schneller liefern könnten.
So bietet etwa der australische Hersteller Electro Optic Systems (EOS) nach Informationen aus Verteidigungskreisen leistungsstärkere Systeme zu halb so hohen Kosten an. EOS habe seine Technologie bereits in Nato-Schiffen verbaut und sei bereit, in Deutschland zu produzieren – inklusive Übertragung des geistigen Eigentums. Trotzdem soll Rheinmetall bevorzugt werden.
Offiziell verweist das Bundesamt für Ausrüstung auf ein laufendes Vergabeverfahren und lehnt nähere Auskünfte ab. Beobachter vermuten jedoch politische Motive: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine steigt der Druck, nationale Produktionskapazitäten zu stärken – auch um die Abhängigkeit von den USA zu reduzieren.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht sich in einer komfortablen Lage: «Wir können liefern», sagte er dem Handelsblatt. Der Kurs der Rheinmetall-Aktie hat sich seit Kriegsbeginn fast verzwanzigfacht.