Deutschland und vier weitere EU-Staaten wollen Abschiebezentren in Drittstaaten einrichten, um Rückführungen abgelehnter Asylbewerber zu erleichtern. Darauf einigten sich Deutschland, die Niederlande, Österreich, Dänemark und Griechenland, wie die Bild-Zeitung berichtet.
Die Innenminister der fünf Länder beschlossen in Brüssel eine gemeinsame Roadmap für sogenannte return hubs. In diesen Rückkehrzentren sollen Migranten untergebracht werden, die zur Ausreise verpflichtet sind, aber nicht unmittelbar in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte der Bild: «Aus Europa heraus müssen Rückführungen wirksam durchgesetzt werden. Mit return hubs sollen neue Möglichkeiten geschaffen und ein klares Signal für mehr Rückführungen gesendet werden.»
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sollen Betroffene nach einer rechtskräftigen Rückkehrentscheidung in solche Zentren überstellt werden. Von dort aus werde die endgültige Ausreise organisiert – entweder in das Herkunftsland oder in ein anderes aufnahmebereites Land.
Als mögliche Standorte werden unter anderem Staaten in Nordafrika sowie das Kurdengebiet im Nordirak oder Uganda diskutiert. Konkrete Entscheidungen über Standorte gibt es bislang nicht.
Die Initiative geht auf eine Zusammenarbeit der fünf Staaten in einer «Arbeitsgruppe für innovative Drittstaatenlösungen» zurück. Einen ersten politischen Vorstoss hatten die Innenminister bereits im Juli 2025 vereinbart.