Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt weiter. Im Juni wurden laut Statistischem Bundesamt 2,4 Prozent mehr Regelinsolvenzen registriert als im Vorjahresmonat. Bereits im ersten Halbjahr rechnet die Auskunftei Creditreform mit 11.900 Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von 9,4 Prozent. Damit steuert die deutsche Wirtschaft auf den höchsten Stand seit 2015 zu, wie Nau.ch berichtet.
Als Gründe gelten vor allem die schwache Konsumnachfrage, hohe Energiepreise und zunehmende Bürokratie. Hinzu kommt der Wegfall staatlicher Hilfen aus der Corona-Zeit. Der Chefökonom des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Volker Treier, spricht von einem strukturellen Problem: «Wer Wettbewerbsfähigkeit sichern will, darf Entlastungen nicht weiter vertagen.»
Die Zahlen verstärken die Kritik an der wirtschaftspolitischen Ausrichtung der schwarz-roten Koalition. Treier fordert eine rasche Umsetzung des angekündigten Investitions-Sofortprogramms – sonst drohe eine weitere Erosion des Wirtschaftsstandorts Deutschland.