Rund 400 in Pakistan festsitzende Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage können in absehbarer Zeit nach Deutschland einreisen. Etwa 360 Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie rund 50 aus dem Ortskräfteverfahren befänden sich derzeit «in der Bearbeitung im Ausreiseverfahren», sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Weitere 32 Afghanen aus dem Bundesaufnahmeprogramm seien bereits am Freitag nach Deutschland eingereist.
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Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hatte Deutschland zahlreichen Afghanen Aufnahmezusagen erteilt, darunter ehemaligen Ortskräften der Bundeswehr sowie besonders gefährdeten Personen wie Frauenrechtlern und Menschenrechtsaktivisten.
Nach dem Regierungswechsel in Berlin wurden die Aufnahmen jedoch eingeschränkt. Zuletzt widerrief die Bundesregierung Aufnahmezusagen von mehr als 600 Afghanen von der sogenannten Menschenrechtsliste. Viele Betroffene waren zu diesem Zeitpunkt bereits nach Pakistan geflohen und sitzen dort fest.
Trotz des Aufnahmestopps erhielten einzelne Personen Visa, teils nach Klagen vor deutschen Gerichten. Unterstützt werden Betroffene unter anderem von der Organisation «Kabul Luftbrücke».
Nach Angaben des Innenministeriums befinden sich derzeit noch rund 630 Afghanen aus der Menschenrechtsliste oder aus Überprüfungsprogrammen in Pakistan. Sie würden weiterhin von deutschen Behörden unterstützt. Zudem werde Hilfe für eine Rückkehr nach Afghanistan oder in einen anderen Drittstaat angeboten.