Mehrere Politiker fordern digitale Erinnerungen per SMS oder Whatsapp dafür, die Wahlbeteiligung junger Menschen zu erhöhen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, spricht sich Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) für einen sogenannten Wahlwecker aus, der am Wahltag von den Wahlämtern verschickt wird.
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Hintergrund ist die seit Jahren vergleichsweise niedrigere Wahlbeteiligung junger Menschen. Bei der Bundestagswahl 2025 gaben 78,8 Prozent der 18- bis 21-Jährigen ihre Stimme ab. Die gesamte Wahlbeteiligung lag bei 82,5 Prozent, bei Bürgern über 50 Jahren bei 85 Prozent. Mehring sagte: «Wenn wir der nächsten Generation wieder Bock auf Zukunft machen und junge Menschen neu für Politik begeistern wollen, müssen wir unserer Demokratie ein modernes Update verpassen.»
Mit dem Vorschlag unterstützt er Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung. Diese rät unter anderem zu stärkerer Kommunikation über soziale Medien, mehr politischer Bildung und einer direkten Erinnerung am Wahltag per SMS oder Whatsapp. Auch FDP-Vorstandsmitglied Christopher Vogt aus Schleswig-Holstein äusserte sich entsprechend. «Anstatt Social Media für Jugendliche pauschal zu verbieten, sollte man Whatsapp zukünftig dafür nutzen, noch einmal an den Wahltag zu erinnern», sagte er zu Bild.
Zudem setzt Mehring auf zusätzliche U-18-Wahlen. Für die bayerische Kommunalwahl am 8. März sind 300 digitale Wahllokale geplant. 17.850 Jugendliche erhalten eine Wahlbenachrichtigung mit QR-Code, über den sie online abstimmen können. Mehring sagte: «2026 reicht es nicht mehr, wenn Ortsverbände zu verstaubten Versammlungen in Hinterzimmern von Dorfwirtschaften laden und beklagen, dass keine jungen Leute vorbeigekommen sind. Stattdessen braucht es frische Formate und neue Ideen – im Netz wie analog.»