Francesca Albanese hat in Berlin Deutschlands Rolle im Gaza-Krieg scharf kritisiert und vor möglichen rechtlichen Konsequenzen gewarnt. Die UN-Sonderberichterstatterin erklärte: «Deutschland muss sich Sorgen machen, wegen Beihilfe zum Genozid in Gaza verurteilt zu werden.»
Der Auftritt erfolgte im Kino Babylon im Rahmen der Vorführung der Dokumentation «Disunited Nations», die die Krise der Vereinten Nationen und deren Rolle im Nahostkonflikt thematisiert. Die rund 500 Plätze waren ausverkauft. Gleichzeitig kam es vor dem Kino zu Protesten und Gegenprotesten unter Polizeiaufsicht. Auch im Anschluss an die Veranstaltung kam es gemäss einem Bericht in der Berliner Zeitung zu kurzzeitigen Spannungen im Saal.
Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone
Der Film zeigt drastische Bilder aus Gaza und greift Vorwürfe mutmasslicher Menschenrechtsverletzungen auf, darunter Berichte über Misshandlungen in Gefängnissen. Albanese nutzte ihren Auftritt, um ihre Kritik an Deutschland zu bekräftigen. Sie warf der Bundesregierung vor, ihrer besonderen Verantwortung für das Völkerrecht nicht gerecht zu werden, und verwies auf fortgesetzte Waffenlieferungen an Israel. Zudem kritisierte sie westliche Medien für eine aus ihrer Sicht einseitige Berichterstattung. Gleichzeitig betonte sie, das Völkerrecht bleibe verbindlich, auch wenn es verletzt werde, und forderte Reformen der Uno.
Albanese steht seit längerem im Zentrum internationaler Kontroversen. In einem Bericht aus dem Jahr 2024 hatte sie Israel Völkermord in Gaza vorgeworfen. Diese Einschätzung wird laut Darstellung im Film von verschiedenen internationalen Organisationen und Forschern geteilt. Zugleich sieht sich Albanese erheblichem politischen Druck ausgesetzt, darunter Sanktionen der USA sowie Rücktrittsforderungen aus europäischen Regierungen.