Die Junge Union (JU) will die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder einführen, falls das neue freiwillige Modell zur Personalgewinnung bei der Bundeswehr nicht greift. Ein entsprechender Antrag wurde für den CDU-Bundesparteitag Ende Februar eingereicht, wie das Magazin Focus berichtet.
Konkret fordert die JU eine verpflichtende Einberufung ab dem 1. Juli 2027, sollte das Ziel von 186.000 bis 190.000 aktiven Soldaten nicht bis zum 1. Januar desselben Jahres erreicht werden. Zum Jahreswechsel 2025/26 lag die Truppenstärke laut Bundeswehr bei 184.194 Soldaten. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht wäre demnach an ein moderates Scheitern des aktuellen Reformmodells geknüpft. Darüber hinaus soll jährlich überprüft werden, ob die angestrebten Aufwuchszahlen eingehalten werden.
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Die CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundeswehr-Offizierin Vivian Tauschwitz nannte den Vorstoss «dringend notwendig». Sollte sich das neue Wehrdienstmodernisierungsgesetz nicht bewähren, sei ein verpflichtender Wehrdienst «die konsequente und notwendige Schlussfolgerung». Auch Fraktionskollege Johannes Volkmann sieht Handlungsbedarf. In Anspielung auf aktuelle Spannungen innerhalb der NATO erklärte er: «Wir können uns vage Absichtserklärungen zur Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht länger leisten.»
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein neues Wehrdienstgesetz. Es verpflichtet junge Männer des Geburtsjahrgangs 2008 zur sogenannten Wehrerfassung – inklusive Angaben zur körperlichen Verfassung und Qualifikationen. Eine allgemeine Dienstpflicht oder Einberufung ist bisher jedoch nicht vorgesehen. Die Bundesregierung plant, die Bundeswehr bis 2035 auf 260.000 Soldaten aufzustocken.