Innerhalb von nur zehn Jahren sind die Ausgaben des Bundes um nahezu 70 Prozent gestiegen – die Steuereinnahmen dagegen lediglich um 40 Prozent. Das ergibt ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt und der Süddeutschen Zeitung vorab zur Verfügung gestellt wurde.
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Während Deutschland Milliarden für Soziales, Zinsen und pandemiebedingte Hilfen mobilisierte, blieben zentrale Zukunftsbereiche wie Bildung, Infrastruktur oder Verteidigung unterfinanziert – oft deutlich unter dem EU-Durchschnitt. In der Bildung etwa investierten Bund, Länder und Kommunen mit 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung klar weniger als die nordischen Länder (6,2 Prozent) oder die Schweiz (5,3 Prozent).
Zwischen 2014 und 2025 kletterten die jährlichen Ausgaben des Bundes auf rund 500 Milliarden Euro. Damit fiel der Anstieg – bei einer Inflation von 37 Prozent – nominal fast doppelt so hoch aus. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben verschärfte sich nochmals, als die Regierung 2025 die Schuldenbremse aufweichte. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Nettokreditaufnahmen um 143 Milliarden Euro.