Der seit Januar 2026 geltende Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde belastet viele Unternehmen in Deutschland und führt zu höheren Preisen sowie Jobabbau. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 15.000 Betrieben, wie die Bild-Zeitung berichtet.
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Demnach müssen 25 Prozent der Unternehmen ihre Löhne wegen des Mindestlohns anheben. Besonders betroffen sind Gastronomie (50 Prozent) und Einzelhandel (38 Prozent), während die Bauwirtschaft mit 17 Prozent vergleichsweise weniger betroffen ist. «Eine Mindestlohnerhöhung verändert die gesamte Lohnstruktur, nicht nur in den unteren Lohngruppen», sagte DIHK-Präsident Peter Adrian.
Rund 25 Prozent der Betriebe planen laut Umfrage auch höhere Löhne für besser bezahlte Mitarbeiter, um den Abstand zum Mindestlohn zu wahren. In der Industrie betrifft das sogar 47 Prozent der Unternehmen. Die wirtschaftlichen Folgen sind spürbar: Etwa 40 Prozent der Betriebe wollen gestiegene Kosten über Preiserhöhungen an Kunden weitergeben. Gleichzeitig rechnen 13 Prozent mit Personalabbau – in der Gastronomie sogar jeder vierte Betrieb.
In Ostdeutschland fallen die Auswirkungen stärker aus als im Bundesdurchschnitt. Dort müssen 29 Prozent der Unternehmen Mindestlöhne anpassen, 52 Prozent planen Preiserhöhungen. Adrian warnte, steigende Löhne und Sozialabgaben bremsten Investitionen, besonders im Mittelstand, und forderte von der Politik eine Begrenzung der Sozialabgaben.