In Deutschland wächst die soziale Kluft auf dem Wohnungsmarkt. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts waren im vergangenen Jahr 22,4 Prozent der Mieter armutsgefährdet – zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. Damit sind Mieter deutlich häufiger von Armut bedroht als die Gesamtbevölkerung.
Armin Staudt
Zum Vergleich: Die Armutsgefährdungsquote unter Wohneigentümern lag 2024 bei nur 8,3 Prozent – ein Rückgang gegenüber 10,9 Prozent im Jahr 2021. Während also Eigentümer entlastet werden, wächst die finanzielle Belastung für Mieter weiter. Besonders betroffen sind Regionen mit stark gestiegenen Mieten und geringer Bautätigkeit.
Scharfe Kritik kommt von Sahra Wagenknecht. Die Vorsitzende des BSW, das die Zahlen abgefragt hatte, spricht von einem «beschämenden Armutszeugnis für die Wohnungspolitik der letzten Jahre». Die Mietpreisbremse verpuffe wirkungslos. «Die Miete wird immer mehr zum Armutsrisiko», so Wagenknecht. Ihre Forderung: Ein bundesweiter Mietenstopp bis 2030 für angespannten Wohnraum sowie eine Rückkehr zur Gemeinnützigkeit bei grösseren Teilen des Wohnungsmarkts.