Trotz mehrmaliger Zurückweisung an der Grenze und ursprünglicher Ablehnung durch die Behörden erhalten drei somalische Migranten nun doch ein Asylverfahren in Deutschland. Das berichtete die Bild-Zeitung. Zwei Männer und eine Frau hatten im Mai versucht, zu Fuss über eine Brücke von Polen nach Frankfurt/Oder einzureisen, wurden jedoch mehrmals von der Bundespolizei abgewiesen.
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Nach einer Klage beim Verwaltungsgericht Berlin erhielten sie einstweiligen Rechtsschutz. Das Innenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) wollte mit den neuen Grenzkontrollen eigentlich genau solche Fälle verhindern. Nun zeigt sich: In den Registern von Polen und Litauen fanden sich keine Fingerabdrücke der beiden Männer – die Zuständigkeit dieser Länder konnte nicht festgestellt werden. Damit fällt das Verfahren zurück an Deutschland.
Die Chancen auf einen erfolgreichen Asylantrag stehen nicht schlecht: 61,4 Prozent der Antragsteller aus Somalia erhalten aktuell Schutz, Asyl oder ein Abschiebeverbot. Bei der Frau, die möglicherweise minderjährig ist, wurde das Verfahren vom Ministerium mittlerweile eingestellt. Sollte ihre Volljährigkeit nicht nachgewiesen werden, beginnt das Verfahren offiziell erst mit ihrem 18. Geburtstag im Juli 2026.