Die verschärften Grenzkontrollen Deutschlands haben seit Mai 2025 zu Tausenden Festnahmen und Zurückweisungen geführt. Das berichtet die «Welt am Sonntag». Demnach wurden vom 8. Mai 2025 bis Ende Januar rund 27’000 Menschen an den deutschen Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Darunter befanden sich mehr als 1100 Personen, die ein Asylbegehren geäussert hatten. Die Bundespolizei nahm zudem mehr als 1100 mutmassliche Schleuser vorläufig fest. Zugleich registrierten die Behörden den niedrigsten Stand illegaler Einreisen seit vier Jahren.
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Nach Angaben des Ministeriums wurden zwischen Mai und Januar mehr als 6700 Personen festgenommen, gegen die ein offener Haftbefehl vorlag. Zudem identifizierte die Polizei etwa 1200 Extremisten aus dem linken, rechten, islamistischen oder ausländerextremistischen Spektrum.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte kurz nach dem Regierungswechsel im Mai 2025 angekündigt, die Kontrollen zu verschärfen. Er sprach von der «Wiederherstellung von Ordnung und Kontrolle». Die Kontrollen an allen neun deutschen Grenzen wurden über den 15. März hinaus um sechs Monate verlängert.
Der Bundestag verabschiedete zudem zwei Gesetze zur Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Kern ist die Einrichtung sogenannter Sekundärmigrationszentren für Personen, deren Verfahren nach dem Dublin-Abkommen in einem anderen EU-Staat geführt werden muss.