Erstmals seit fünf Jahren ist die Bevölkerungszahl in Deutschland wieder gesunken – trotz anhaltender Zuwanderung. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lebten Ende 2025 rund 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik – etwa 100.000 weniger als im Vorjahr.
Ein Trend, der lange ausgesetzt war, berichtet die Zeitung Die Welt. Seit 2011 – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 – war die Einwohnerzahl kontinuierlich gestiegen. Nun kehrt sich diese Entwicklung um. Ursache ist ein sich verschärfendes Geburtendefizit: 2025 wurden nur noch 640.000 bis 660.000 Kinder geboren, deutlich weniger als die rund 677.000 im Vorjahr. Gleichzeitig lag die Zahl der Todesfälle erneut bei über einer Million.
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Damit ergibt sich ein Geburtendefizit von bis zu 360.000 Menschen – fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der 2010er Jahre. Die Nettozuwanderung aus dem Ausland konnte diesen Rückgang nicht mehr kompensieren: Sie wurde lediglich auf 220.000 bis 260.000 Personen geschätzt – mindestens 40 Prozent weniger als 2024.
Die Zahlen markieren eine Zäsur in der deutschen Demografie. Während in den vergangenen Jahren Migration das demografische Ungleichgewicht überdeckte, zeigen sich nun die strukturellen Probleme des Landes deutlich: eine alternde Bevölkerung, sinkende Geburtenraten und schwindende Attraktivität für Zuwanderung.