Zum Jahreswechsel haben 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ihre Zusatzbeiträge erhöht – und damit Millionen Versicherte direkt belastet. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen GKV um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Das bedeutet: Weniger Netto für Beschäftigte und höhere Kosten für Arbeitgeber, die die Hälfte der Beiträge übernehmen.
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Am letzten Tag 2025 lag der Schnitt noch bei 3,13 Prozent. Der niedrigste Zusatzbeitrag liegt aktuell bei 2,18 Prozent, der höchste bei 4,39 Prozent. Nur zwei Kassen senkten ihre Beiträge, 48 hielten sie stabil. Eine Fusion reduzierte die Zahl der Kassen auf 93.
Der deutsche Bundesrat hatte vor Weihnachten ein Sparpaket beschlossen, um die Kosten zu dämpfen. Viele Kassen halten die Massnahmen jedoch für unzureichend. Die Ausgaben steigen weiter rasant: 2023 lagen sie bei 312 Milliarden Euro, für 2026 werden 370 Milliarden erwartet. Besonders kostenintensiv sind Klinikaufenthalte, Medikamente und Krankengeld. «Solche Steigerungsraten hält auf Dauer kein Gesundheitssystem aus», warnte GKV-Vizechefin Stefanie Stoff-Ahnis.
Die Regierung plant Reformen, etwa durch eine Expertenkommission bis März. Diskutiert werden unter anderem Kontaktgebühren für Arztbesuche, höhere Zuzahlungen, eine Zuckersteuer und das Ende der Kostenübernahme für Homöopathie. Auch die Pauschale für Bürgergeldempfänger steht zur Debatte.