In der Debatte um das neue Wehrdienstgesetz hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), Position bezogen: «Wenn wir unsere Verteidigungsfähigkeit ernst nehmen, führt kein Weg an einer flächendeckenden Musterung vorbei. Nur wenn wir wissen, über welches personelle Potenzial wir im Ernstfall verfügen, können wir unsere Streitkräfte zielgerichtet stärken», sagte er der Zeitung Rheinischen Post.
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Der CDU-Politiker bekräftigt damit eine Forderung des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Carsten Breuer. Dieser erklärte unlängst, dass «jeweils der gesamte Jahrgang» gemustert werden müsse, um im Verteidigungsfall gezielt reagieren zu können. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) unterstützt diesen Kurs.
Röwekamp fordert, neben der Musterung auch Kriterien zur Auswahl der tatsächlich einzuziehenden jungen Männer zu definieren – etwa über ein transparentes Losverfahren oder anhand von Bedarfsprofilen. Ziel sei es, die angestrebte Truppenstärke von 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu erreichen.
Der Deutsche Bundesjugendring kritisiert diese Entwicklung scharf. Daniela Broda, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von 29 Jugendverbänden, warnte vor einer schleichenden Verpflichtung unter dem Deckmantel der Freiwilligkeit. Junge Menschen leisteten bereits einen erheblichen Beitrag zum Gemeinwohl – ohne dass man sie dazu verpflichten müsste, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Das neue Wehrdienstgesetz soll zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Es betont zunächst die Freiwilligkeit. Doch innerhalb der Koalition bleibt die Frage offen, wie verbindlich die Struktur künftig sein wird.