Deutschlands Haushalte zahlen so viel für Strom wie niemand sonst in Europa. Nach neuen EU-Daten von Eurostat lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis Ende 2025 bei 38,3 Cent pro Kilowattstunde, wie die Berliner Zeitung berichtet. Zum Vergleich: In Spanien kostete Strom rund 26 Cent, in Frankreich 26,6 Cent. Ungarn verzeichnete mit 10,4 Cent den niedrigsten Preis in der EU.
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Energieökonomin Claudia Kemfert (DIW) erklärt die niedrigen Preise in Ungarn mit staatlichen Eingriffen: «Die niedrigen Haushaltsstrompreise in Ungarn sind kein Marktergebnis, sondern Ergebnis staatlicher Preisdeckel und massiver Subventionen», sagt sie der Berliner Zeitung. Kurzfristig entlaste das Haushalte, langfristig sei es «fiskalisch wenig transparent und auf Dauer schwer tragfähig».
In Deutschland prägen laut Vattenfall-Sprecher Christian Jekat «Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte» den Strompreis massgeblich. Der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten 2026 von rund 1,6 Cent bringe nur etwa 4 Prozent Entlastung.
Kritik gibt es an der Stromsteuer: Trotz Ankündigungen liegt sie für Haushalte weiter bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde, während das EU-Mindestmass bei 0,1 Cent liegt.