Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Deutsche Verhältnisse in der Schweiz: Bei der NGO-Industrie braucht es endlich Transparenz

Deutschland vor etwas mehr als einem Monat: Die CDU reicht einen Antrag zur Verschärfung der Asylpolitik ein. Mit den Stimmen der AfD erhält der Antrag eine Mehrheit. Daraufhin finden im ganzen Land «Demos gegen rechts» statt, es werden CDU-Büros besetzt, Politiker bedroht. Dahinter stecken dubiose NGO. Auch in der Schweiz haben wir solche Zustände.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
A rope access technician, roped up, cleans the windows of an office building in Bern, Switzerland on Monday, June 24, 2024
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Die Absicht hinter den Demos ist klar. Die «Brandmauer» gegen die AfD, die in Deutschland bürgerliche Mehrheiten in der Ausländer- und der Energiepolitik verhindert, muss unbedingt aufrechterhalten werden. Sonst droht der Linken, die sich schon längst nicht mehr auf demokratische Mehrheiten stützt, der Machtverlust. Hinter den Protesten, die demokratische Mehrheiten verhindern sollen, stehen NGO wie die «Omas gegen rechts». Wie viele andere NGO erhalten sie Geld vom Staat – es geht also ums Demonstrieren auf Staatskosten.

Seit Jahrzehnten fliessen in westlichen Staaten Milliardengelder in einen intransparenten NGO-Komplex – auch in der Schweiz. Dabei basieren die NGO auf einem Etikettenschwindel. Trotz ihres Namens finanzieren sich die angeblich nichtstaatlichen Organisationen zu grossen Teilen aus staatlichen Geldern von Bund, Kantonen und Gemeinden. Der unfaire Deal: Der Steuerzahler bezahlt, das Parlament hat keine Kontrolle und die Aktivisten bestimmen.

Die Projekte, die die Öffentlichkeit finanziert, sind oft von zweifelhaftem Nutzen. Eine Qualitätskontrolle, wie sie in der Wirtschaft Standard ist, findet kaum statt. Noch stossender: Diesen Geldfluss können die NGO dann wieder in Kampagnen und Lobbying investieren. Aktuelles Beispiel: Die NZZ berichtete, wie mehrere NGO, die öffentliche Gelder erhalten, im Parlament für die UNRWA lobbyierten.

Die NGO betonen gerne, dass sie die Steuergelder nicht für Kampagnen einsetzen. Doch wer kann kontrollieren, dass auf dem Notebook, der mittels Steuergelder für ein Projekt erworben wurde, nicht auch ein Flyer für eine Demonstration entworfen wird? Niemand. Leider erkennt der Bundesrat dieses Problem nicht und hat eine Motion, die von NGO eine klare Trennung von gemeinnützigen und politischen Tätigkeiten fordert, zur Ablehnung empfohlen.

Obwohl die NGO sich hinter vermeintlich edlen Zielen verstecken, verfolgen sie knallhart eigene Interessen. Aktuelles Beispiel: Die Konzernverantwortungsinitiative. Die Initianten möchten eine «von der Zentralverwaltung» unabhängige Aufsicht über die freien Unternehmen einrichten, die eigene Untersuchungen durchführen und Sanktionen erlassen könnte. Eine neue Superbehörde also. Wer würde von deren Aufträgen wohl profitieren? Die NGO würden sicher nicht leer ausgehen.

Während NGO der Wirtschaft immer neue Auflagen aufhalsen möchten, von ihnen Transparenz fordern und sie für alles Mögliche haftbar machen wollen, operieren sie selber in einem undurchdringlichen bürokratischen Dickicht.

Die Transparenz scheuen die NGO wie der Teufel das Weihwasser. Dies verdeutlicht ein Blick nach Deutschland: Als die CDU mittels einer parlamentarischen Anfrage kürzlich mehr über die Finanzquellen der NGO erfahren wollte, reagierten diese mit lauter Empörung. Schützenhilfe erhielten sie dabei vom ebenfalls staatlich finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Diese Reaktion zeigte für mich klar, dass die NGO etwas zu verbergen – und zu verlieren – haben.

In der Schweiz sieht es nicht anders aus. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie der Staat die NGO finanziert, muss entweder Anfragen an die verantwortlichen Stellen richten oder sich durch viele Projektdatenbanken kämpfen. Doch selbst hier werden nicht alle Förderungen erfasst. Das muss sich ändern.

Ich habe darum in dieser Frühlingssession ein Vorstoss eingereicht, der vom Bund Auskunft verlangt, wie bei der NGO-Finanzierung eine grössere Transparenz herzustellen ist. Ein Verbesserungsvorschlag wäre eine zentrale, öffentlich zugängliche Datenbank, in der sämtliche staatlichen Zuwendungen an NGO erfasst sind. Der Souverän muss die Kontrolle über die staatlichen Geldflüsse an die NGO-Industrie zurückerhalten und ihrem Missbrauch für politische Anliegen den Riegel vorschieben.

Erich Vontobel ist EDU-Nationalrat und Mitglied der Aussenpolitischen Kommission.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.