Die Zugverbindung zwischen Zürich und München wird erneut langsamer – und unzuverlässiger. Wie die Aargauer Zeitung berichtet, dürfen Eurocity-Züge auf einem 25 Kilometer langen Teilstück in Deutschland künftig nur noch mit 70 statt 160 Kilometern pro Stunde fahren. Grund sind «Mängel im Streckennetz» der Deutschen Bahn (DB), wie das Unternehmen einräumt.
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Die Folgen sind absehbar: Die ohnehin schon häufig verspätete Verbindung wird weiter ausgebremst, die Fahrzeit verlängert sich um mindestens fünfzehn Minuten. Noch 2020 wurde die Strecke für 440 Millionen Euro modernisiert und elektrifiziert – nun wird zurückgeschraubt. Besonders betroffen ist der Abschnitt zwischen München und Buchloe. Dort soll mit der Tempo-Drosselung verhindert werden, dass die marode Infrastruktur weiter beschädigt wird.
Auf Schweizer Seite sorgt das für Unmut. Die SBB zeigen sich in ersten Stellungnahmen ratlos, man stehe mit der DB «in engem Austausch». In Schaffhausen geht man einen Schritt weiter: Der Kanton fordert in einem offenen Brief an SBB-Chef Vincent Ducrot «sofortige Massnahmen», um die täglichen Verspätungen und Ausfälle nicht länger hinzunehmen.
In Basel haben die SBB bereits Konsequenzen gezogen: Die Fernverbindungen der DB aus Hamburg und Dortmund enden seit April 2025 vorzeitig in Basel. Für die restliche Strecke bis Zürich übernehmen die Schweizer Bahnen – und garantieren zumindest dort wieder pünktliche Züge.