Ungarns Aussenminister Péter Szijjártó wirft dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj öffentlich Lüge vor. Dies schrieb Szijjártó auf Facebook.
Hintergrund ist der geplante Besuch einer ungarischen Delegation in der Ukraine, die den Zustand der Pipeline überprüfen soll. Selenskyj hatte erklärt, er wisse nichts von einer solchen Reise. Szijjártó widersprach und schrieb: «Der ukrainische Präsident lügt», die ukrainische Seite sei in einer offiziellen Notiz über den Besuch informiert worden.
Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn reagierte umgehend. «Vielleicht haben sie dort schon vergessen, was bilaterale Beziehungen sind, aber offizielle Besuche sind eine Vereinbarung und keine ‹hingeworfene Notiz›», sagte er laut dem Portal Ukrajinska Prawda.
Budapest fordert eine rasche Reparatur der Pipeline. Über «Druschba» floss bislang russisches Öl über ukrainisches Gebiet nach Ungarn. Kiew erklärte, die Leitung sei durch russische Angriffe so stark beschädigt worden, dass sie frühestens in etwa anderthalb Monaten wieder in Betrieb gehen könne.
Ungarns Regierung bezweifelt diese Darstellung und verlangt eine eigene Inspektion. Zugleich kritisierte Selenskyj den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in einem Interview mit Politico. Orbán blockiere Unterstützung für die Ukraine und deren EU-Kurs. «Er steht auf der Seite des russischen Präsidenten», sagte Selenskyj.