Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Der staatsnahe Rundfunk Deutschlands verliert ob Javier Mileis Wahlsieg jede Contenance. Selbst harte Fakten werden in ihr Gegenteil verkehrt

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Der staatsnahe Rundfunk Deutschlands verliert ob Javier Mileis Wahlsieg jede Contenance. Selbst harte Fakten werden in ihr Gegenteil verkehrt
Der staatsnahe Rundfunk Deutschlands verliert ob Javier Mileis Wahlsieg jede Contenance. Selbst harte Fakten werden in ihr Gegenteil verkehrt
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Salta

Dass es Javier Milei nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren gelungen ist, die Armutsquote und die Inflation markant und nachhaltig zu senken, dass er in Rekordzeit die Neuverschuldung des Staates auf null gebracht und der Wirtschaft ein Wachstum von 6,6 Prozent im letzten Jahr beschert hat, bestreiten hier in Argentinien nicht einmal seine Gegner. Das sind schlicht und ergreifend Fakten. Fakten, von denen die deutsche Regierung nur träumen kann.

Der staatsnahe Rundfunk Deutschlands verliert ob Javier Mileis Wahlsieg jede Contenance. Selbst harte Fakten werden in ihr Gegenteil verkehrt

Verfolgt man die Berichterstattung zu Mileis überwältigendem Wahlsieg vom letzten Sonntag auf ARD, ZDF oder Deutschlandfunk, gewinnt man den Eindruck, der «Rechtspopulist» habe die Reichen Argentiniens auf Kosten der Armen noch reicher gemacht. Und dass er seinen Wahlsieg eigentlich nur dem US-Imperialisten Donald Trump zu verdanken habe, der Milei mit einem milliardenschweren Rettungspaket für die Landeswährung Peso zu Hilfe geeilt war. Ja, gar von einem «Stockholm-Syndrom» war die Rede: Die dummen Argentinier solidarisieren sich mit ihrem Peiniger.

Vorweg: Warum Milei nicht einfach als das bezeichnen, was er ist – ein Libertärer, ein Anarcho-Kapitalist meinetwegen. Aber ein «Populist» ist er ganz sicher nicht. Wer unpopuläre Massnahmen wie Sparen, Entlassungen, Rentenkürzungen, Deregulierung und Streichung von Subventionen ins Zentrum seiner Politik stellt, der tut das Gegenteil von dem, was Populisten tun. Und von wegen «ultrarechts» und «rechtsextrem» – «extrem» an Mileis Politik, die in ihrer praktischen Umsetzung sogar ausgesprochen pragmatisch erscheint, ist allein, dass der Präsident stur das macht, was er seinen Wählern versprochen hat und wofür sie ihn gewählt haben. Das mag deutschen Politikern zwar befremdlich und ungewohnt erscheinen, aber mit «ultra» hat das nichts zu tun.

Es stimmt zwar, dass Argentinien in den letzten Monaten in Zahlungsschwierigkeiten geraten war und das Wachstum stockte. Doch das war nun wirklich nicht die Schuld des Null-Defizit-Präsidenten. Der gigantische Schuldenberg, der auf Argentinien lastet, ist exklusiv das vergiftete Erbe von Mileis sozialistischen Vorgängern. Viele dieser Kredite sind nun fällig geworden, und Milei wollte einen default verhindern, der seine Probleme zwar kurzfristig gelindert, langfristig aber die Kreditwürdigkeit Argentiniens ruiniert hätte. Kommt dazu, dass die peronistische Mehrheit in den Parlamenten in den letzten Monaten die erfolgreichen Reformen systematisch sabotiert und gar rückgängig gemacht hat, mit dem zynischen Kalkül, Milei auf diese Weise zu stürzen. Es stimmt wiederum, dass Donald Trump Milei mit einem milliardenschweren Währungspaket zur Hilfe eilte – doch die USA machten damit einen guten Schnitt, weil sich nach Mileis Wahlerfolg der Peso erholte.

Der öffentliche Rundfunk beweist mit seiner plumpen Ladung an dreisten Propagandalügen und etwas subtilerem Framing nicht nur seine Voreingenommenheit, sondern auch seine Überflüssigkeit. Desinformation und Propaganda haben wir schon mehr als genug in den Netzen, dafür sollten wir nicht auch noch zahlen müssen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.