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«Der Staat wächst und wächst, aber er schafft hauptsächlich Bürokratie»: Ökonom Bruno S. Frey warnt vor Wohlstandsverlust der Schweiz

Bruno S. Frey, renommierter Ökonom und Anwärter auf den Wirtschaftsnobelpreis, warnt in einem Interview mit der NZZ vor einer wachsenden Bürokratie und einer egoistischen Gesellschaft, die Verantwortung zunehmend auf den Staat abwälzt.

Frey, Professor an der Universität Basel und Forschungsdirektor des Crema-Instituts, sieht darin eine Gefahr für Wohlstand und sozialen Frieden.

© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Bueroleuchten in einem Grossraumbuero, fotografiert am Sonntag, 22
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

«Der Staat wächst und wächst, aber er schafft hauptsächlich Bürokratie, die uns alle einengt», kritisiert Frey. Die Menschen würden sich immer weniger mit wirtschaftlichen Zusammenhängen beschäftigen, da Wohlstand als selbstverständlich erachtet werde.

Ein Beispiel sei die Zustimmung zur 13. AHV-Rente, die zwar kurzfristig attraktiv erscheine, aber langfristig vor allem sozial Schwächere belaste.

Frey sieht eine zunehmende Ich-AG-Mentalität: «Die Selbstverwirklichung steht an erster Stelle – Verantwortung wird jedoch delegiert.» So werde etwa Teilzeitarbeit gesellschaftlich idealisiert, obwohl sie nachweislich nicht glücklicher mache. «Ein erfüllender Beruf gibt Struktur und Zufriedenheit», betont der Ökonom.

Besorgt zeigt er sich über die Überakademisierung der Gesellschaft: «Zu viele junge Menschen studieren Orchideenfächer, während Mint-Fächer vernachlässigt werden.» Gerade das Medizinstudium sei ein Beispiel für eine Fehlentwicklung: «Viele Absolventen – insbesondere Frauen – arbeiten später nur Teilzeit, obwohl ihre Ausbildung hohe Kosten verursacht.»

Frey fordert daher eine nachgelagerte Studiengebühr für Geringverdiener sowie eine Eintrittsgebühr für Zuwanderer, um eine gerechtere Kostenverteilung zu erreichen: «Wer von unserem gesellschaftlichen Kapital profitiert, sollte sich auch daran beteiligen.»

Trotz seiner Kritik bleibt Frey überzeugt: «Die Schweiz ist immer noch ein glückliches Land – aber wir dürfen nicht vergessen, wie dieser Wohlstand entstanden ist.»

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