Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Ramadan als festen Bestandteil des religiösen Lebens in Deutschland gewürdigt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Grussbotschaft erklärte er: «Der Ramadan ist ein auch in Deutschland beheimatetes Fest geworden und gehört zum religiösen Leben unseres Landes.»
Zum Ende des Fastenmonats richtet sich Steinmeier an muslimische Gläubige und hebt deren gesellschaftliche Rolle hervor. Nach Wochen des Verzichts wünsche er «Stunden der Gemeinsamkeit beim Essen und Feiern im Kreis der Familie sowie mit Freundinnen und Freunden». Die Einladung vieler Moscheegemeinden und Familien zum Fastenbrechen bezeichnet er als «wunderbar grosszügige Geste», die den Austausch fördere und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke. Zugleich würdigt der Bundespräsident das kontinuierliche Engagement muslimischer Gemeinschaften über den Ramadan hinaus. «Viele von Ihnen engagieren sich das ganze Jahr über aus ihrem Glauben heraus, manche schon seit Jahrzehnten. Das ist ein Geschenk an die gesamte Gesellschaft, das wir gar nicht hoch genug schätzen können.»
Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone
Im Schreiben verbindet der Bundespräsident seine Botschaft auch mit einem politischen Appell: Er wirbt für den erstmals geplanten nationalen Ehrentag am 23. Mai, dem Geburtstag des Grundgesetzes. «Ich freue mich deshalb auch ganz besonders, dass viele Musliminnen und Muslime beim Ehrentag am 23. Mai mitmachen wollen. Mit dieser von mir angestossenen neuen Initiative wollen wir den Geburtstag unseres Grundgesetzes im ganzen Land feiern.» Ziel sei es, gemeinsames Engagement sichtbar zu machen. «Die Idee: Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.» Geplant sind zahlreiche dezentrale Aktionen im ganzen Land, getragen von Vereinen, Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen. Vorgesehen sind etwa Aufräumaktionen, Sportanlässe, Quartierfeste oder Aktivitäten in sozialen Einrichtungen. «Landauf, landab wird es eine Vielzahl von Aktionen geben, an denen sich jeder beteiligen kann, egal welchen Glaubens er ist», schreibt Steinmeier. Bürgerinnen und Bürger seien aufgerufen, «unser Land ein bisschen besser zu machen».
Der Ramadan zählt zu den zentralen religiösen Pflichten im Islam und endet mit dem Fest des Fastenbrechens. In diesem Jahr fällt es auf den 19. März. Steinmeier verknüpft seine Botschaft mit einem Appell, religiöse Vielfalt und bürgerschaftliches Engagement stärker zusammenzuführen.