Nach dem Mord am konservativen US-Aktivisten Charlie Kirk war der öffentliche Aufschrei gross – doch nicht alle Reaktionen klangen eindeutig. Während konservative Kreise die Tat klar als politisch motivierten Terror bezeichneten, fanden sich in etablierten Medien und bei Kommentatoren auch Stimmen, die das Verbrechen relativierten.
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So erklärte etwa der MSNBC-Analyst Matthew Dowd, Kirk sei «einer der spaltendsten Figuren» gewesen, der Klima geschaffen habe, das Gewalt hervorrufe. «Hasserfüllte Gedanken führen zu hasserfüllten Worten, und diese führen zu hasserfüllten Handlungen», so Dowd. Die Botschaft: Wer polarisiert, trägt Mitschuld an seiner Ermordung. Der Sender trennte sich daraufhin von ihm.
Die Journalistin Annika Brockschmidt, tätig unter anderem für das ZDF und die Zeit, übt sich im Nachtreten. Charlie Kirk sei nicht konservativ gewesen, sondern ein «Faschist», «offen rechtsextrem» und ein «radikaler Sexist».
SRF griff in der Berichterstattung zu einer seltsamen Formulierung. Das rechtskonservative Lager «überschlägt sich derzeit mit Beileidsbekundungen» – als wäre Beileid nach dem Mord eines jungen Familienvaters eine ungewöhnliche Regung.
Noch sehr viel drastischer klingen die Reaktionen in den sozialen Medien. Zu sehen sind Videos von offen jubelnden Menschen und Wortmeldungen mit der Aussage, es gebe nichts zu betrauern.
Die New York Post nahm Stimmen aus den USA auf und warf linken Politikern und Kommentatoren vor, «Charlie Kirk für seine eigene Ermordung verantwortlich zu machen». Im Tenor hiess es, er habe mit seiner Rhetorik selbst Gewalt gesät.
Donald Trump wies die Schuld einer anderen Seite zu: «Seit Jahren vergleicht die radikale Linke wunderbare Amerikaner wie Charlie mit Nazis», sagte er. «Diese Rhetorik ist direkt verantwortlich für den Terror, den wir erleben.»
Auch andere Konservative sahen nicht Kirks Auftreten, sondern ein politisches Klima der Dämonisierung aufseiten der Gegner als Nährboden für die Tat.