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Der Medien-Hype um Trump-Gegner Bad Bunny ist komplett übertrieben. Der Mann der Stunde in Lateinamerika ist ein anderer

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Der Medien-Hype um Trump-Gegner Bad Bunny ist komplett übertrieben. Der Mann der Stunde in Lateinamerika ist ein anderer
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Lima

Auch die Schweizer Medien schwelgten in Begeisterung ob des Auftritts des Sängers Bad Bunny aus Puerto Rico beim Super Bowl. «Bad Bunnys Halbzeit-Show ist ein Triumph über Trump», titelte der Tages-Anzeiger, «God Bless America», ruft der Latino-Künstler Bad Bunny trotzig in die Arena», die NZZ. «Bad Bunny sorgte bei der diesjährigen Halbzeit-Show des Super Bowl für einen historischen Moment. Als erster rein spanischsprachiger Künstler setzte er sich für Vielfalt und Zusammenhalt ein», doziert Watson. «Nur die Liebe ist stärker als der Hass», resümierte SRF.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Bad Bunny und Lady Gaga.
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Vorweg: Der Auftritt des Latinos beim Super Bowl ist alles andere als historisch. 2020 bestritt die gebürtige Kolumbianerin Shakira zusammen mit Jennifer Lopez (Puerto Rico) die Show. Neckisches Detail: Bad Bunny war damals als wenig beachteter Gastkünstler mit auf der Bühne. Der mediale Hype um den «Bösen Hasen» fusst allein auf seinem Geplänkel mit Donald Trump und seiner Kritik an der US-Migrationsbehörde ICE. Doch das sind Themen, die vor allem Angelsachsen bewegen. Sie werden in südamerikanischen Medien wohl zur Kenntnis genommen, aber mit Distanz abgehandelt. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass sich die meisten Lateinamerikaner ausschliesslich für richtigen Fussball begeistern und für American Football kaum etwas übrig haben.

Dass die Hispanics Trump wegen dessen harscher Migrationspolitik hassen würden, ist ein kapitaler Fehlschluss. Tatsächlich stimmten noch nie so viele Latinos – immerhin 15 Prozent der US-Wähler – für einen Republikaner wie für Trump. 30 Prozent der Agenten von ICE sind Hispanics, bei der Border Patrol sind es gar rund 50 Prozent. Der Ruf nach Law and Order ist in Lateinamerika zurzeit das Thema Nummer eins. Nayib Bukele, der Präsident von El Salvador, der mit seinen Horrorknästen weltweit für Furore sorgte, ein enger Verbündeter von Trump, ist gemäss allen Umfragen über ganz Lateinamerika der mit grossem Abstand beliebteste Spitzenpolitiker, noch vor dem Papst.

Was dagegen wirklich historisch ist: Donald Trump hat mit Marco Rubio erstmals einen Hispanic zum Staatssekretär beziehungsweise Sicherheitsberater und damit zum zweitmächtigsten Mann der Vereinigten Staaten gemacht. Der Miami-Kubaner Rubio, verheiratet mit einer Kolumbianerin, ist perfekt zweisprachig, er wurde von Republikanern wie Demokraten einstimmig in seinem Amt bestätigt. Rubio kennt sich in der lateinamerikanischen Politik aus wie kein Zweiter. Rubio gilt als rechter Hardliner, doch er hat trotzdem einen guten Draht zu den gewählten linken Regierungen in Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Wenn sein ehrgeizigstes Projekt, die Rückkehr zur Demokratie in Venezuela, Kuba und Nicaragua, gelingt, wird der Latino Rubio als Held in die Geschichte eingehen, der die letzten Tyrannen vom amerikanischen Kontinent vertrieben hat. Noch sind wir weit davon entfernt, aber wenigstens gibt es, nach Jahren der Agonie, wieder Hoffnung. Tatsächlich waren sich Nord- und Südamerika kaum je zuvor näher als heute. Der fürchterliche Donald Trump hat es möglich gemacht.

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