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«Der konstruktive Diskurs leidet»: Influencer Joung Gustav kontert seine Kritiker

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«Der konstruktive Diskurs leidet»: Influencer Joung Gustav kontert seine Kritiker
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Influencer Joung Gustav kritisierte in einem Video die Schweizer Asylpolitik. Kurz darauf beendete Migros die Zusammenarbeit und nahm sein Vitamin-Getränk aus dem Sortiment. Kritiker werfen Gustav vor, keine Quellen für seine Aussagen zu nennen. Wir dokumentieren seine Stellungnahme im Wortlaut.

Ein paar Gedanken zu Quellen, Diskurs und Respekt …

Politiker nennen in ihren Reden in der Regel keine Quellen zu einzelnen Zahlen. Solange diese korrekt sind und bei Nachfrage offengelegt werden können, ist das auch legitim – sonst würde eine Rede ja ihren Fluss verlieren. Nach diesem Prinzip habe ich mein erstes Asylvideo vom 27. November gepostet.

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«Der konstruktive Diskurs leidet»: Influencer Joung Gustav kontert seine Kritiker
Weltwoche
@gustavredet mini meinig zu de schwiizer asylpolitik #schweiz ♬ Originalton - gustavredet

Dass das Podcastduo «Kurds & Bündig» meinen Berechnungen nicht folgen konnte und Zahlen weglächelte, ohne selbst die ihrer Ansicht nach korrekten Zahlen aufzuzeigen, war zumindest fragwürdig. Als jedoch auch Mainstream-Journalisten und sogenannte Experten sich diesem Vorgehen angeschlossen hatten, wurde es für mich ernsthaft bedenklich. Bis heute wird mir vorgeworfen, ich hätte keine sauberen Quellen geliefert. So werden meine Argumente als wirr oder substanzlos dargestellt.

Nach erster Quellenkritik habe ich in meinem Update-Video vom 8. Dezember sämtliche Zahlen und Berechnungen ausführlich und mit Quellen belegt – in einer Tiefe, wie ich sie im politischen Diskurs hierzulande selten gesehen habe. Dennoch hält sich das Narrativ der angeblichen Quellenlosigkeit hartnäckig.

@gustavredet mini reaktion zum asylpolitik „beef“ #schweiz ♬ Originalton - gustavredet

Beispiel 1: 20 Minuten-Artikel von Ammar Jusufi mit CEO der Kommunikationsagentur Bernet Relations, Oliver Lutz, als Experten.

Kritisch gesehen wird auch die mangelnde Transparenz bei den Quellen. Gustav blendet zwar vereinzelt politische Dokumente ein, etwa Vorstösse oder Argumentarien aus dem Umfeld der SVP, erläutert deren Herkunft oder Kontext jedoch nicht näher.»

Beispiel 2: Tagesanzeiger-Artikel von David Sarasin mit Conscious-Influence-Hub-Mitglied Anja Lapcevic als Expertin.

«Das Problem an seinen Posts sehe ich aber darin, dass er seine Quellen nicht offenlegt. Stattdessen stellte er eine kontroverse Meinung von sich als Tatsache dar, angereichert mit eigenen Berechnungen, die er nur knapp ausführt.»

Spätestens am 8. Dezember habe ich sehr detaillierte Quellen öffentlich gemacht. Es sind übrigens simple Additionen und Bruchrechnungen von offiziellen Zahlen vom Bund.

Einerseits werde ich als blöder, unüberlegter Influencer dargestellt. Andererseits scheint der Anspruch an meine Quellen höher zu sein als bei mancher Bundesratsrede. Die Darstellungen der genannten Personen empfinde ich bestenfalls als unzureichend geprüft und schlechtestenfalls bewusst irreführend – und ich weise sie klar zurück.

Wenn dann doch auf meine Zahlen eingegangen wird, geschieht dies so:

Beispiel 3: 20 Minuten-Artikel von Ammar Jusufi.

Er nennt für 2024 insgesamt 6147 Straftaten mit beschuldigten Asylsuchenden, darunter 252 Sexualdelikte. Diese Zahlen setzt er jedoch nicht ins Verhältnis zur Gesamtzahl aller Straftaten, sie entsprechen nämlich etwa 9 Prozent aller 67.800 Straftaten. Anstatt diese Einordnung zu liefern, versucht Gustav zu berechnen, um welchen Faktor Asylsuchende häufiger straffällig würden.

Ein Journalist, der suggeriert, Vergleiche pro 1000 Personen seien unfair, liefert ein bemerkenswertes Beispiel für die Schieflage dieser Debatte. Und übrigens, ich habe nicht versucht, es zu berechnen. Ich habe es berechnet. Wer eine Berechnung kritisiert, sollte eine eigene vorlegen können – dies habe ich bisher noch von keinem Kritiker gesehen.

Ich gehe davon aus, dass nun weitere Artikel folgen, in denen versucht wird, die Zahlen auf einer anderen Ebene zu relativieren. Doch die bisherige Art der Auseinandersetzung zeigt bereits, auf welchem Niveau diese Diskussion geführt werden möchte.

In dieser Diskussion werde ich ausserdem wegen meiner Unzufriedenheit mit der kulturellen Entwicklung unseres Landes als Verschwörungstheoretiker abgestempelt.

Die Schweiz hat seit Jahrzehnten eine Geburtenrate deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau. Gleichzeitig steigt die Bevölkerung durch Migration Jahr für Jahr an.

Was bedeutet das für die Entwicklung unseres Landes? Darf man Kultur als schützenswert betrachten? Darf man Integration wünschen, oder sind sowieso alle Kulturen gleich? Wie lange dauert Integration – und wenn die tiefe Geburtenrate und die hohe Migration die Bevölkerungsstruktur innerhalb von Jahrzehnten stark verändern: In welche Kultur integriert sich ein Migrant überhaupt?

In der Annahme, dass niemand dafür ist, dass unsere Geburtenrate heute auf null geht und die Schweiz innert hundert Jahren komplett mit anderen Kulturen aufgefüllt wird, ab welchem Punkt ist es moralisch akzeptabel, sich daran zu stören? Wo liegt die ethische Grenze der Diskussion, und wer entscheidet wo diese liegt?

Der Schweizer, der sich wünscht, dass sein Kind in der eigenen Heimat nicht wegen seiner Nationalität verspottet wird, gilt als störend. Wer in seiner Wohnsiedlung, umgeben von dreissig Menschen, jede andere Sprache als Deutsch hört, soll sich damit abfinden. Statt hierüber eine offene Diskussion zu führen, wird versucht, diese Bedenken im Keim zu ersticken. Wer sich trotzdem wagt darüber zu aussprechen, ist rechtsextrem oder noch schlimmer.

Wenn solche Schlagworte und andere irreführende Diffamierungen den Dialog ersetzen, leidet der konstruktive Diskurs.

Es ist fair, zu sagen, dass ich Stabilität und Sicherheit der Schweizer Bevölkerung höher gewichte als maximale Offenheit in der Migrations- und Asylpolitik. Es ist fair, zu sagen, dass ich unsere Kultur als schützenswert betrachte.

Doch wenn ich Kosten, Kriminalität und kulturellen Wandel fast schon bejubeln müsste, um respektvollen Umgang zu erhalten, verzichte ich lieber darauf.

Denn Respekt, der nur dem gilt, der alles beklatscht, ist nichts wert.

Dafür respektiere ich mich selbst.

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