Zuerst eine Strategie, dann eine gesetzliche Grundlage, schliesslich das dafür nötige Geld: In dieser Reihenfolge will die Walliser Regierung zusätzliche Massnahmen vorlegen, um der «Umwelt-Herausforderung» Herr zu werden.
Nach dem Felssturz in Blatten kommt Regierungspräsident Mathias Reynard (SP) zum Schluss, dass das Wallis «immer regelmässiger und stärker von Extremereignissen heimgesucht» werde. Deshalb will er nun «in den Kampf gegen den Klimawandel investieren», wie Nau.ch berichtet.
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Das, obschon bis heute kein Zusammenhang zwischen dem Klima und dem Felssturz erwiesen ist. Die blosse Vermutung, es könnte einen solchen geben, entfesselt bereits Aktivismus.
Die Idee ist also, eine Millionen Jahre alte Alpenwelt vor Bewegungen zu schützen, wie es sie immer gegeben hat, indem ein einzelner Kanton seine eigenen Anstrengungen gegen die Erderwärmung beschliesst.
Nach derselben Logik könnte man den Grindjisee oberhalb von Zermatt vorsichtshalber mal trockenlegen, um einen künftigen Tsunami im Pazifischen Ozean zu verhindern.
Der Parlamentsdebatte über ein Walliser Klimaschutzprogramm wohnte auch Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten, bei. Er bat um schnelle, unbürokratische Hilfe für den Wiederaufbau seines Dorfs.
Regierungspräsident Reynard sicherte Unterstützung zu. Aber parallel dazu will er reine Symbolpolitik betreiben, wie sie der Zeitgeist fordert. Mit einer Walliser Strategie gegen den Klimawandel.
Die wird zwar viel kosten und nichts bringen. Aber sie dürfte immerhin die meisten Klimaforscher, Journalisten und Greta Thunberg entzücken.