SRF hat die grosse Offensive gegen Desinformation losgetreten. In der Themenwoche «Fakt oder Fake» fragt der Sender, «was Fake News für unser Leben bedeuten».
Der Frage widmete sich auch «Der Club» unter dem Titel «Fake News: Angriff auf die Demokratie». Von wo der kommt, wurde bereits in der Einleitung klargestellt: Falschinformationen seien ein «globales Machtinstrument», eingesetzt vor allem von US-Präsident Donald Trump und Russland.
Screenshot SRF
Zu Gast waren Benno Zogg vom Staatssekretariat für Sicherheitspolitik, die Pädagogin Sarah Pohl, Oliver Zihlmann vom Tages-Anzeiger, der Freiburger Professor Damir Skenderovic und Rahul Sahgal, Direktor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer.
Die gesamte Runde hangelte sich brav an der Grundthese entlang und übernahm auch die Schuldzuweisungen. Es war, reichlich unoriginell, mal wieder reines Trump-Bashing.
Vieles, was gesagt wurde, kann man zwar schlecht bestreiten. Zum Beispiel, wenn Sarah Pohl, Leiterin der Zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen Baden-Württemberg, sagte, man müsse Fake News nur oft genug wiederholen, damit sie sich im Hirn als Tatsache festsetzen.
Für diese Feststellung müsste man allerdings weder auf Trump noch auf eine hybride Kriegsführung von Russland zurückgreifen. SRF hätte sich auch einfach im eigenen Archiv bedienen können.
Die Mär vom Covid-Zertifikat, das beweisen soll, dass der Besitzer das Virus nicht verbreiten kann, unwidersprochen kolportiert vom damaligen Gesundheitsminister Alain Berset? Fantasie-Rekordtemperaturen bei SRF Meteo, die zeigen sollten, wie massiv die Klimaerwärmung ist? Die verharmlosenden Kommentare einer Korrespondentin nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Gründung der AfD-Jungpartei?
Fake News «untergraben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat, in die Medien, in die Politik», heisst es in der Sendebeschreibung. Die hausgemachten Beispiele bei SRF zeigen umgekehrt, wie sie dazu dienen können, staatliche Lügen zu verbreiten. Und dass auch in der Schweiz immer weniger Konsumenten den Medien trauen, liegt kaum an Trump.
Wie «manipulative Desinformation» funktioniert, weiss man bei SRF also bestens. Dass man den Mechanismus mit Trump und Co. zeigen möchte, ist ein reines Ablenkungsmanöver von den eigenen Verfehlungen.