Alarm in den Gebärsälen! Wie der Blick berichtet, gibt es in der Schweiz so wenig Nachwuchs wie noch kaum je. Der zu knappe Kindersegen hierzulande ist allerdings schon länger ein Thema. Bereits in den 1970er Jahren forderte der damalige Innenminister Hans Hürlimann (CVP), dass die Schweizer Familie bitte schön drei Kinder haben solle. Er selber machte dies mit gutem Beispiel vor – und der Volksmund bezeichnete den Hürlimaa fortan als «Drüülimaa».
Alessandro della Valle/Keystone
Mittlerweile bekommt die Durchschnittsfrau in der Schweiz nur gerade noch 1,29 Kinder. Dieses «Rekordtief» liegt laut Blick an den steigenden Wohnkosten. Was heisst: Es fehlen schlicht die notwendigen Kinderzimmer beziehungsweise das Geld dafür, diese zu bezahlen.
Was ist da zu tun? Die Rezepte in den Medien lauten: Regulierungen abbauen, dichter bauen, Beschwerden beschleunigen, Boden- und Wohnsozialismus einführen. Der eigentliche Elefant im Raum wird nicht angesprochen. Denn es ist ja beileibe nicht so, dass in den vergangenen Jahren nicht gebaut wurde.
Im Gegenteil: Seit dem Jahr 2000 gibt es in der Schweiz 36 Prozent mehr Wohnungen. Die Siedlungsfläche wuchs in nur gerade neun Jahren um die doppelte Fläche des Zürichsees. Die Schweiz wächst bevölkerungsmässig seit 2000 achtzehn Mal schneller als Deutschland.
Unsere Landschaft wird ständig noch mehr zubetoniert. Die hohen Mietkosten sind in allererster Linie eine Folge der Massenzuwanderung. Sie hat ein Chaos angerichtet, nicht nur im ausgetrockneten Wohnungsmarkt, auch auf den verstopften Strassen, in den überfüllten Zügen, bei den überlasteten Infrastrukturen.
Es wäre interessant zu erfahren, wie sich die Kinderzahl der Zuwanderer von jener der eingeborenen (indigenen) Schweizer unterscheidet. Wer mit offenen Augen durchs Land geht, wird feststellen, dass viele Zugewanderte in der Regel durchaus mit mehreren Kindern gesegnet sind. Und wer am Wochenende den Zürcher Zoo besucht, hört bald das dort überwiegende Hochdeutsch – durchaus auch aus dem Mund einer munteren Kinderschar.