Wann funktioniert die Zivilisation? Pulitzerpreisträger David Mamet sagt: Wenn Männer fähig sind, etwas zu erbauen – und zu reparieren. In seinem Essay für die Weltwoche beschreibt der brillante amerikanische Autor und Regisseur unsere Welt, in der diese Eigenschaften verschwinden. «Der junge Mann von heute weiss mehr über seine Gefühle als über Werkzeuge», so Mamet. «Die Älteren müssen den Jüngeren beibringen, nicht wie man fühlt, sondern wie man etwas tut.» Seite 10
In Irvine, der perfekt durchgestylten Vorstadt-Utopie, erklärt die marxistische Kulturwissenschaftlerin Catherine Liu unserem Reporter Daniel Ryser, warum die amerikanische Linke gescheitert ist: Sie habe ihre Klassenbasis verloren und moralische Identitätspolitik an die Stelle realer Umverteilung gesetzt. Hinter Irvines makelloser Fassade zeigt Liu eine techfeudale Gesellschaft, in der Armut unsichtbar bleibt und Liberalismus zur leeren Pose verkommt. Ein wütender Blick auf ein Land, das Solidarität durch Protokolle ersetzt hat und daran zerbricht. Seite 20
Weil die Zahl der Wölfe in der Schweiz massiv gewachsen ist – und damit auch die Zahl der gerissenen Nutztiere –, hat der Bundesrat vor zwei Jahren die Jagdverordnung gelockert. Einzelne Wölfe und ganze Rudel können seither auch präventiv geschossen werden. Das hat hitzige Debatten mit Tierschützern ausgelöst – der Wolf ist zum Wappentier der Grünen geworden. Er hat seit je die Fantasie der Menschen beflügelt, wie Märchen, Fabeln und Lieder beweisen. Zur Faszination gehört auch ihre Kehrseite – die Jagd auf das Tier. Christoph Egger hat eine historisch-jagdliterarische Spurensuche unternommen, die von der Schweiz über Ost- und Nordeuropa nach Amerika führt. Seite 38
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