Brüssel hat den sechs Westbalkanstaaten eine klare Botschaft übermittelt: Eine Teilnahme an der russischen Militärparade zum «Tag des Sieges» am 9. Mai wäre ein Affront gegenüber der EU. «Wir haben sehr deutlich gemacht, dass wir nicht wollen, dass irgendein [EU-]Kandidatenland an diesen Veranstaltungen am 9. Mai in Moskau teilnimmt – das war sehr klar», sagte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas laut dem Onlineportal Euractiv.
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Die Ukraine lädt zur gleichen Zeit zu einem Treffen in Kiew ein. Vize-Aussenminister Andriij Sybiha warb bei einem Treffen der EU-Aussenminister in Luxemburg für ein gemeinsames Zeichen diplomatischer Geschlossenheit gegen Putins Aufmarsch.
Die Parade in Moskau findet alljährlich am Tag nach dem europäischen Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs statt. Während einige europäische Spitzenpolitiker wie Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán fernbleiben wollen, bestätigte der slowakische Premier Robert Fico seine Teilnahme. Auch Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, der jüngst demonstrative Rückendeckung aus Moskau erhielt, kündigte seine Anwesenheit an.
Derweil lädt der ukrainische Präsident Selenskyj mehrere EU-Regierungschefs zu Gesprächen über eine «Koalition der Willigen» nach Kiew. Die USA zeigen sich unter Präsident Donald Trump unbeeindruckt – dieser attackierte Selenskyj erneut scharf und lehnt bislang eine Teilnahme oder Sicherheitsgarantien ab.
Eine Ausweitung der europäischen Militärhilfe für die Ukraine konnte beim Ministertreffen nicht beschlossen werden. Dennoch sei man auf dem Weg, zwei Millionen Schuss grosskalibrige Munition bereitzustellen.