Die US-Regierung stellt ihre Förderung der mRNA-Impfstofftechnologie ein. 22 Verträge im Umfang von rund 500 Millionen Dollar wurden auf Veranlassung des neuen Direktors des National Institute of Health (NIH), Jay Bhattacharya, gekündigt. Grund sei der Vertrauensverlust in der Bevölkerung. «Wenn die Öffentlichkeit ein Produkt nicht annimmt, scheitert die Technologie als Massnahme der öffentlichen Gesundheit», sagte Bhattacharya im Interview mit dem Axel Springer Global Reporters Network, welches die Zeitung Die Welt publizierte.
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Der Gesundheitsökonom kritisiert «desaströse Impfpflichten» und «überzogene Behauptungen» zur Wirksamkeit der Covid-Impfstoffe. Aussagen von Politikern und Experten hätten die Menschen in die Irre geführt, während Berichte über Impfschäden systematisch unterdrückt worden seien. «Das Vertrauen ist weg», so Bhattacharya wörtlich. Besonders bei jungen Männern sei das Risiko von Myokarditis real gewesen.
Die mRNA-Technologie habe 2021 Leben gerettet, vor allem bei älteren Menschen, so Bhattacharya. Doch Auffrischungsimpfungen seien nie in grossen Studien getestet worden. Der Nutzen sei mit neuen Varianten gesunken. «Warum sich an eine Plattform ketten, die das Vertrauen der Öffentlichkeit verloren hat?», fragt Bhattacharya.
Die Entscheidung bedeutet laut Bhattacharya keinen generellen Ausstieg aus der Impfstoffforschung. Das NIH setzt künftig auf klassische Plattformen mit inaktivierten Viren – etwa für einen universellen Grippeimpfstoff. Auch die Krebsforschung mit mRNA-Technologie werde fortgeführt.