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«Das hört sich nicht nach Wissenschaft an»: Warum ein ETH-Zürich-Symposium zu Deutschland und Israel unter dem Deckmantel gehalten werden sollte

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«Das hört sich nicht nach Wissenschaft an»: Warum ein ETH-Zürich-Symposium zu Deutschland und Israel unter dem Deckmantel gehalten werden sollte
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Ein akademisches Symposium über Deutschland und Israel, veranstaltet an der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), hat für Kritik gesorgt, schreibt die NZZ. Die Tagung, an der vorwiegend linke Intellektuelle aus Deutschland teilnahmen, wurde von Kritikern als einseitig und politisch aufgeladen wahrgenommen. Die Veranstaltung fand mit Unterstützung der ZHdK (40.000 Franken) in den Räumlichkeiten der ETH und des Kunsthauses Zürich statt.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
Das Hauptgebaeude der Eidgenoessischen Technischen Hochschule (ETH) und die Skulptur "Der Genesende" von Otto Charles Baenninger, links, in Zuerich, am 30
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Im Zentrum der Kritik steht nicht nur die inhaltliche Ausrichtung, sondern auch die institutionelle Verantwortung. Der Stadtzürcher GLP-Politiker Ronny Siev monierte, «das hört sich für mich nicht nach Wissenschaft an», und fragte, warum staatlich finanzierte Bildungs- und Kulturinstitutionen der Schweiz einem solchen dezidiert deutschen Thema Gastrecht böten. Die ETH schade mit der Ausrichtung solcher Veranstaltungen ihrem Ruf als wissenschaftlicher Leuchtturm, so Siev.

Besonders umstritten war der Vortrag des in London lehrenden Architekten Eyal Weizman. Zunächst hatte dieser eine Veröffentlichung seiner Rede abgelehnt – später aber doch zugestimmt. In der Aufzeichnung, die der NZZ vorliegt, sprach Weizman unter anderem davon, der Holocaust sei nicht einzigartig, sondern nur deshalb besonders, weil es dafür Reparationen gegeben habe. Zudem erklärte er: Wenn Deutschland einen Genozid in Gaza verneine, verneine es auch den Holocaust.

Philip Bessermann von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus kritisierte diese Aussagen scharf. Sie würden die Erinnerungskultur relativieren und den Begriff der Holocaustleugnung instrumentalisieren. «Eine solche Analogie verwischt die Grenzen zwischen historischer Verantwortung und gegenwärtiger Kritik.»

Die Veranstalter, darunter ETH-Professor Philip Ursprung und Anselm Franke (ZHdK), verteidigten das Symposium. Weizmans Aussagen seien im Kontext der deutschen Position zu Kolonialverbrechen in Namibia zu verstehen, nicht als Relativierung der Shoah. Die ETH und die ZHdK erklärten, die inhaltliche Verantwortung liege bei den organisierenden Professoren – eine Stellungnahme zu einzelnen Aussagen werde nicht abgegeben, schreibt die NZZ.

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