München
Weltwoche: Frau Gruber, von aussen betrachtet, hat man das Gefühl: Deutschland spinne. Was ist los in der Bundesrepublik?
Monika Gruber: Ja, der Schein trügt nicht. Man könnte den Eindruck haben, wir sind verrückt geworden. Von dem her glaube ich, der Titel unseres Buchs «Willkommen im falschen Film» war visionär. Man fühlt sich wirklich oft im falschen Film, wacht auf und denkt, wenn man die ersten Push-Nachrichten kriegt: Das gibt’s doch gar nicht. Viele Leute, die zur Wahl gegangen sind und für die Union gestimmt haben, werden sich inzwischen die Augen reiben: Ihnen wurde versprochen, es gebe einen Systemwechsel – und nun passiert genau das Gegenteil.
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