Das iranische Regime steht mit dem Rücken zur Wand. Doch das Feuer des Widerstands brennt noch immer. Entfacht hat es Ajatollah -Ruhollah Chomeini. «Sein Umsturz im Iran 1979 stellt die russische und chinesische Revolution an Bedeutung in den Schatten», lautet die These von Urs Gehriger, der für die Weltwoche wiederholt aus dem Iran berichtet hat. «Die Mission des Gotteskämpfers war so intensiv, dass sie bis heute Sprengkraft entfaltet.» Wer den Krieg im Iran und die Islamisierung in Europa verstehen will, kommt nicht umhin, die Vita des asketischen Revolutionsführers zu studieren, der aus Sicht vieler Muslime rund um die Welt eine Renaissance des Islam eingeläutet hat. Seite 14
Der Schattenkrieg zwischen Israel und dem Iran hat ein Zentrum: den Mossad. Kaum ein Geheimdienst operiert so tief im Inneren eines feindlichen Staates – mit Spionen, Sabotage und Coups. Von gestohlenen Nukleararchiven bis zu gezielten Tötungen zeigt sich ein Muster: Israel versucht, die Macht und die Atomaspirationen des Iran systematisch zu untergraben – oft direkt in Teheran. Wie gelingt es dem Mossad, mitten im Iran zu operieren? Und welche Risiken birgt dieser unsichtbare Krieg? Seite 32
Gene Simmons gehört zu den Ikonen der amerikanischen Musik. Als Frontmann der Band Kiss begeistert er mit dramatischem Make-up und sattem Rock ’n’ Roll seit den siebziger Jahren ein Millionenpublikum. Benjamin Bögli konnte mit der 76-jährigen Urgewalt sprechen. Der Musiker, Unternehmer und ehemalige Primarlehrer, der auch Deutsch spricht, ist vielleicht der bescheidenste Unbescheidene im Showgeschäft. Aus seinem Reichtum macht er keinen Hehl, sagt aber gleichzeitig: «Für mich ist ein Müllmann viel wichtiger als das, was ich bin.» Seite 34
Der Brite Noël Coward war im 20. Jahrhundert einer der Grossen in der angelsächsischen Unterhaltungsszene. Heute hätte er es mit seinen heiteren Songs und leichtfüssigen Komödien schwerer, falls er überhaupt noch ein Theater finden würde. Denn Coward zelebrierte den wertfreien Humor, das Lustige an sich. Jede weltanschauliche Botschaft, und mochte sie noch so gut gemeint sein, war ihm ein Gräuel. Bei ihm gibt es keine Gender-Bekenntnisse, keine Anti-Rassismus-Aufrufe oder Solidaritätskundgebungen mit allen Zukurzgekommenen. Coward liebte das Lachen, selbst dann, wenn es sich der politischen Korrektheit entzog. Und das macht ihn angesichts des heute oftmals verbiesterten Bühnengeschehens sehr fortschrittlich. Seite 46
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