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«Dann haben wir in fünfzig Jahren sieben Millionen Syrer in Deutschland»: Migrationsforscher Ruud Koopmans warnt vor unkontrollierbarem Familiennachzug

Die zügige Einbürgerung von Flüchtlingen könnte laut dem Migrationsforscher Ruud Koopmans langfristig schwerwiegende demografische Folgen für Deutschland haben. Im Interview mit dem Magazin Cicero kritisiert der Sozialwissenschaftler vom Wissenschaftszentrum Berlin, dass mit dem deutschen Pass Familiennachzug kaum noch begrenzbar sei: «Wenn sie deutsche Staatsangehörige sind, gibt es keine Begrenzung für Familienmigration. Dann ist jede Möglichkeit, diese Migrationsströme noch zu steuern, vergangen.»

IMAGO/Frank Gaeth
«Dann haben wir in fünfzig Jahren sieben Millionen Syrer in Deutschland»: Migrationsforscher Ruud Koopmans warnt vor unkontrollierbarem Familiennachzug
IMAGO/Frank Gaeth

Koopmans warnt vor einer Entwicklung, wie sie bereits bei früheren Migrantengruppen beobachtet wurde. Am Beispiel türkischer und marokkanischer Gastarbeiter verweist er darauf, dass sich deren Zahl seit dem Anwerbestopp 1973 versechs- bis versiebenfacht habe. Ähnliche Effekte seien auch bei Syrern zu erwarten: «Wenn wir das Gleiche für die Syrer annehmen – und es gibt keinen Grund, das nicht anzunehmen –, dann haben wir in fünfzig Jahren sieben Millionen Syrer oder syrischstämmige Bürger in Deutschland.»

Dabei sei die derzeitige Geschlechterverteilung unter syrischen Flüchtlingen ein zusätzlicher Faktor: Viele Männer suchten ihre Heiratspartnerinnen im Herkunftsland – mit dem deutschen Pass als Türöffner für Familiennachzug. «Heirat ist in diesen Gesellschaften auch ein ökonomisches Geschäft zwischen Familien, und das Ticket nach Europa ist ein wichtiges Tauschmittel», so Koopmans.

Zwar ist die sogenannte Turbo-Einbürgerung nach nur drei Jahren abgeschafft worden, jedoch bleibt eine Regeleinbürgerung nach fünf Jahren weiterhin möglich – bei nachgewiesenem rechtmässigem Aufenthalt, eigenständiger Lebensunterhaltssicherung, Deutschkenntnissen und politischer Loyalität. Koopmans plädiert für einen späteren Einbürgerungszeitpunkt. «Wenn das nach zehn Jahren immer noch der Fall ist, muss man irgendwann sagen: Okay, die Leute sind jetzt so lange hier, dass wir ihnen eine dauerhafte Perspektive bieten müssen», sagte er. «Aber dies schon nach fünf Jahren zu tun, halte ich für falsch».

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