Die sicherheitspolitische Stimmung in Deutschland ist von Skepsis geprägt. Eine Mehrheit der Bevölkerung geht davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschlechtern wird. Optimismus bleibt die Ausnahme.
Wie der Spiegel unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey berichtet, erwarten 54 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Sicherheitslage innerhalb der nächsten zwei Jahre. Nur rund 15 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Auftraggeber der Erhebung ist das Beratungsunternehmen Deloitte, befragt wurden etwa 5000 Personen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse wurden im Vorfeld der Münchener Sicherheitskonferenz veröffentlicht .
Matthi Rosenkranz/DPA/Keystone
Besonders ausgeprägt ist das Misstrauen in die eigene Verteidigungsfähigkeit. Rund drei Viertel der Befragten bewerten diese als gering oder sehr gering. Auch die sicherheitspolitische Zusammenarbeit innerhalb der Nato wird mehrheitlich kritischer gesehen als noch vor zwei Jahren.
Als grösste Bedrohungen gelten nicht klassische militärische Angriffe, sondern hybride Gefahren. Genannt werden vor allem Anschläge auf kritische Infrastruktur, Cyberangriffe auf Staat und Wirtschaft sowie politischer Extremismus. Ein direkter militärischer Angriff auf deutsches Territorium spielt in der Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle.
Zugleich zeigt die Umfrage eine Verschiebung bei den internationalen Partnern. Die Europäische Union geniesst vergleichsweise hohes Vertrauen, während die USA deutlich an Rückhalt verloren haben. Viele Deutsche wünschen sich eine aktive, aber keine führende Rolle ihres Landes in internationalen Krisen – ein Hinweis auf den Wunsch nach Sicherheit, ohne Machtanspruch.