Der älteste Curling-Stein stammt aus dem Jahr 1511. Im Sport der Bettflaschen-Schieber gilt der «Spirit of Curling». Dieser Ehrenkodex fordert Respekt, Sportsgeist und Ehrlichkeit. Spieler geben Regelverstösse selbst zu, verzichten auf Ablenkung des Gegners und entscheiden im Zweifel gegen sich selbst. Oft kommen Turniere deshalb gar ohne Schiedsrichter aus.
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Tempi passati.
Im Spiel zwischen Kanada und Schweden kommt’s an Olympia zu einem wahren Skandal. Der Schwede Oskar Eriksson stichelt in Richtung der Kanadier: «Ist es okay, den Stein nach der Hog-Linie zu berühren? Ich weiss es nicht …» Ironie pur.
Kennedy fragt zurück: «Wer macht das?» Eriksson kontert: «Ich werde dir nach dem Spiel ein Video zeigen.»
Für Curling-Laien: Die Hog-Linie ist eine entscheidende Markierung im Curling – sie befindet sich etwa zehn Meter vom Startblock weg. Curling-Steine müssen vor Überqueren der Hog-Linie vollständig losgelassen werden.
TV- und Videobilder zeigen eindeutig: Kanadas Marc Kennedy berührt nach der Hog-Linie den Granitstein nochmals mit dem Zeigefinger. Eigentlich ein No-Go.
Kennedy wird wegen der Vorwürfe noch auf dem Eis aggressiv und schreit in Richtung seiner Gegner: «You can fuck off!» Die Schiedsrichter reagieren auf den Regelverstoss nicht – der Stein bleibt im Spiel.
Auch beim nächsten Spiel der Kanadier (gegen die Schweiz) gibt’s am Samstagnachmittag wieder Schummel-Vorwürfe! Laut Daily Mail war zu hören, wie der Schweizer Pablo Lachat-Couchepin einem Trainer mitteilte, er habe eine Doppelberührung der Kanadier gesehen. Der angebliche erneute Regelverstoss wird nicht überprüft, die Schweiz gewinnt trotzdem mit 9:5.
Der Curling-Weltverband verschickt nach den beiden Skandalen ein Rundmail an alle Teilnehmer und stellt darin die Regeln zum «ordnungsgemässen Loslassen eines Curling-Steins» noch einmal klar.