Während der Christopher Street Day (CSD) am Samstag Berlin bewegt, setzt der Bundesrat ein deutliches Zeichen: Die Länderkammer wird die Regenbogenflagge vor ihrem Gebäude hissen. Die Geste soll für «Vielfalt, Respekt und Toleranz» stehen und diese als «Kern der Demokratie» würdigen, wie Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger (SPD) laut Spiegel erklärte. Im Gegensatz dazu bleibt das Reichstagsgebäude in diesem Jahr flaggenlos – auf Geheiss von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).
PD/Bundesrat
Bereits im Vorfeld war es im Bundestag zu Diskussionen über Regenbogenflaggen gekommen. Mehrere Abgeordnete wurden von der Parlamentsverwaltung aufgefordert, LGBTQ-Fahnen aus ihren Bürofenstern zu entfernen. Die Begründung: Die Hausordnung untersage grundsätzlich sichtbare Symbole an der Gebäudefassade. Die Bundestagspolizei wurde in mehreren Fällen eingeschaltet. Klöckner hatte zudem entschieden, das Hissen der Flagge künftig nur noch am 17. Mai – dem Tag gegen Homophobie – zu erlauben. Die Weltwoche berichtete.
Der Umzug des CSD führt am Samstag direkt am Bundesratsgebäude vorbei. In vielen Städten gilt das Fest als Erinnerung an die Aufstände in der Christopher Street 1969 in New York – ein Symbol für die Gleichstellung der queeren Community.