Die Brandkatastrophe von Crans-Montana beschäftigt Medien rund um die Welt. Das Zusammenspiel aus Tragödie und dem Schauplatz eines mondänen Tourismusorts sorgt auch bei renommierten Titeln für Schlagzeilen.
Die New York Times schildert die Atmosphäre im Nobel-Skiort nach dem Ereignis und zieht Parallelen zu ähnlichen Katastrophen in Klubs und Bars in den USA. Kritisch hinterfragt werden auch die europäischen Brandschutzstandards.
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Die offenbar mangelhafte Frequenz der Sicherheitskontrollen im betroffenen Lokal steht bei der Washington Post im Zentrum. Auch das Fehlen von Sprinkleranlagen wird beleuchtet. Zudem geht die Berichterstattung auf die amerikanischen Staatsbürger unter den Verletzten ein.
Welche wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen hat die Katastrophe für die betroffene Region, und welchen Schaden wird der Ruf des Schweizer Tourismus erleiden? Diesen Fragen geht das Wall Street Journal nach. Weitere Themen sind die Haftungsfragen und die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Betreiber der Bar.
Die US-Ausgabe von CNN International liefert den Zuschauern zahlreiche Infografiken zum Brandverlauf und Interviews mit Überlebenden. Eingegangen wird auch auf die Belastung des Schweizer Gesundheitswesens und die Verlegung von Patienten in andere Staaten.
Der britische Guardian fokussiert in der Berichterstattung auf das mögliche Versagen der Behörden vor Ort, die eingeräumt hatten, dass die letzte Brandschutzkontrolle Jahre zurückliegt.
Für die BBC ist die betroffene Bar seit Jahrzehnten eine «Institution» für Crans-Montana. Der Hergang des Brandes wird detailliert beschrieben. Darüber hinaus konzentriert sich die Zeitung auf die Untersuchung gegen das Betreiberpaar.
Auf atmosphärische Beschreibungen verlegt sich der deutsche Spiegel, der die Ereignisse rekonstruiert und schildert, wie weitergefeiert wird, während der Brand bereits auszubrechen beginnt. Betont werden auch das tiefe Alter vieler Opfer und die schwierige Identifizierung mit der Hilfe von DNA-Tests.
Insgesamt zeichnet die internationale Presse kein gutes Bild von der Schweiz. Der Einsatz von Wunderkerzen in einem Lokal und die fehlenden Inspektionen der Behörden finden grossen Widerhall. Gleichzeitig wird die europäische Solidarität nach der Katastrophe hervorgehoben.