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Crans-Montana rüstet sich für die Ski-WM 2027. Doch nach dem Inferno wird der Sportanlass zur Bewährungsprobe – für die Glaubwürdigkeit der Schweiz

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Crans-Montana rüstet sich für die Ski-WM 2027. Doch nach dem Inferno wird der Sportanlass zur Bewährungsprobe – für die Glaubwürdigkeit der Schweiz
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Bereits in drei Wochen steht Crans-Montana wieder im Rampenlicht: Am letzten Januarwochenende findet im Skigebiet ein dreitägiger FIS-Weltcup statt – zwei Rennen der Frauen, eines der Männer. Dort werden Betroffenheit und Anteilnahme im Zentrum stehen: mit Schweigeminuten, Trauerflor, Gedenkansprachen.

Doch das ist erst der Anfang. Der eigentliche Realitäts-Check kommt ein Jahr später – mit der Ski-WM 2027. Dann geht es nicht mehr nur um Mitgefühl, sondern um Glaubwürdigkeit. Nicht nur für Crans-Montana – sondern für ein Land, das weltweit als sicher, effizient und verlässlich gilt.

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A picture taken in Crans-Montana on February 18, 2024, shows volunteers and Swiss soldiers removing the arrival area of the FIS Alpine Ski World Cup
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Die tragische Silvesternacht veränderte alles – mit Toten, Schwerstverletzten, weltweiten Schlagzeilen. In jenem Ort, der sich gerade als glamouröser Schauplatz präsentieren wollte.

Im Februar 2027 will Crans-Montana die Welt empfangen: mit Millionenbudget, neuem Zielstadion und hochfliegenden Ambitionen. Ausgerechnet der heillos überforderte Gemeindepräsident Nicolas Féraud sitzt im WM-OK – als Vizepräsident. Ex-Olympiasieger Didier Défago ist Generaldirektor. Parallel dazu läuft der teure Umbau der Zielarena mit neuen Fan-Zonen, Tunneln und Evakuationskonzepten.

Wie reagiert das WM-Lager? Offiziell: kaum. Ein Beitrag auf der Website vermeldet Anteilnahme, dankt den Einsatzkräften. Daniel Bollinger, Vizedirektor des Organisationskomitees, gibt sich «tief betroffen», die Vorbereitungen gingen aber weiter, «mit viel Respekt». WM-Chef Défago schweigt. Nur Ehrenpräsident Hugo Steinegger deutet an, man könne bei den nächsten Rennen nicht fröhlich feiern, solange Menschen im Spital um ihr Leben kämpfen.

Tourismus und Politik setzen auf das Prinzip Hoffnung: Katastrophe aussitzen, WM organisieren – und später wieder über Medaillen sprechen. Das wird nicht funktionieren. Wenn die Kameras zurückkehren an jenen Ort der eingebrannten Bilder, wird der Name Crans-Montana auch 2027 zuerst das Inferno wachrufen – und erst danach die perfekt präparierten Skipisten.

Eine Ski-WM ist kein Dorffest, sondern ein globales Schaufenster mit Millionen von TV-Zuschauern, monatelanger Vorberichterstattung und internationalen Kamerateams. Die Gefahr ist, dass die Schweiz in gut einem Jahr eine Ski-Party inszeniert, während der Rest der Welt nur eine Frage stellt: Wie konnte so etwas in einem High-End-Ferienort passieren – und was hat man daraus gelernt?

Noch hoffen Behörden und WM-Organisatoren, dass sich das Thema auf Sicherheitsnormen, Gutachten und Schuldfragen verlagert. Doch mit dem Grossanlass rückt das Ansehen der Schweiz ins Scheinwerferlicht. Und er zwingt die Verantwortlichen zu beweisen, dass ihr Evakuationskonzept nicht nur im Zielraum gilt, sondern als Haltung für die ganze Destination. Und für ein Land, das sich weltweit als zuverlässig und sicher inszeniert.

So wird diese WM 2027 zum ultimativen Stresstest für das, was die Schweiz so gerne von sich glaubt: Sind wir wirklich noch das Land der Perfektion? Oder bloss eine Marke, die aussen glänzt – und innen hohl geworden ist?

Ob Crans-Montana den Weg der Verantwortung wählt – oder weiter hofft, dass der Schnee alles zudeckt –, entscheidet sich in den nächsten Wochen und Monaten.

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